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Wathlingen Wathlinger Restaurant vierG: Gemeinde hat Gewinn erwartet
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17:17 05.12.2013
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Vor der Eröffnung des Wathlinger Generationenparks Ende November 2012 hatte Bürgermeister Torsten Harms einen Businessplan für das Restaurant „vierG“ vorgelegt. Nach diesem Papier, das der CZ vorliegt, sollte das Restaurant im ersten Jahr rund 2500 Euro Gewinn machen. Einige Monate später hieß es dann, dass die Personalkosten zu gering angesetzt worden waren. Im ersten Jahr, so die neue Prognose, würde stattdessen ein Verlust von 32.500 Euro gemacht werden – das war der Stand im Februar 2013. Die Summe wurde auch im Haushalt als Fehlbetrag ausgewiesen.

Harms hatte die wirtschaftlichen Erwartungen an das „vierG“ in der vergangenen Woche gleichwohl anders dargestellt. „Im Rahmen der Planungen sind wir als Gemeinderat davon ausgegangen, dass wir im ersten Jahr einen Verlust von 100.000 Euro einfahren werden, im zweiten Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis haben und im dritten mit einem Überschuss gerechnet werden kann“, schrieb Harms, nachdem die CZ um Daten zur wirtschaftlichen Lage gebeten hatte.

Sind Gemeinderat und Verwaltung also mit zu positiven Zahlen in das Abenteuer eines kommunal geführten Restaurant-Betriebs gegangen? Der Eindruck drängt sich etwas auf, zumal inzwischen von einem viel höheren Defizit die Rede ist. Harms musste einräumen, dass das Restaurant jeden Monat ein Minus von 15.000 Euro einfährt. Macht zusammen im ersten Jahr einen Verlust von 180.000 Euro.

Dieses Minus wird mit Steuergeldern aufgefangen. Dass es zweifellos nicht originäre Aufgabe einer Gemeinde ist, ein Restaurant zu betreiben und damit anderen Gastronomen – etwa in Nienhagen – Konkurrenz zu machen, liegt auf der Hand. Das Konstrukt ist einmalig im Kreis Celle. Inzwischen hat auch der Wathlinger Verwaltungschef erklärt, dass das Restaurant langfristig nicht in der Hand der Gemeinde bleiben soll.

Ein von der öffentlichen Verwaltung geführtes Restaurant ist rechtlich aber möglich. Die Finanzaufsicht des Landkreises Celle wird erst dann aktiv, wenn der Haushalt einer Gemeinde defizitär ist, sagte Kreisdezernent Michael Cordioli auf CZ-Anfrage. Hat eine Kommune dauerhaft Finanzprobleme, muss sie ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen. Das heißt: Sie muss Einnahmen erhöhen oder Ausgaben senken. Ein Restaurant zu betreiben, sei aber „eigenständige Sache der Gemeinde“, so Cordioli. Die Entscheidung liegt demnach beim Gemeinderat.

Der Businessplan sah übrigens vor, dass im zweiten Jahr ein Plus von 26.000 Euro gemacht wird. Im dritten Jahr werden 44.000 Euro Gewinn angepeilt.