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Wathlingen Werben für die Oberschule
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Werben für die Oberschule
18:42 01.03.2012
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Wer Lehrer und Eltern für die Oberschule begeistern will, muss einen überzeugten Fachmann einladen. Carsten Huge ist so einer. Er versucht derzeit auf Einladung der Landeschulbehörde, die hiesigen Planungsgruppen für die neue Schulform zu motivieren. Gestern sprach er im Wathlinger Schulzentrum, wo rund 30 Vertreter aus Winsen, Wathlingen und Bergen sich darüber Gedanken machten, wie ihre Oberschule bald aussehen könnte.

Huge ist Schulleiter der Oberschule Gehrden, einer Einrichtung mit 400 Schülern, wo man "eine Menge Spaß hat", wie er versicherte. Die Oberschule hat einen gymnasialen Zweig, Schüler werden dort vorwiegend zusammen unterrichtet. Konkret heißt das: Kinder und Jugendliche der Klassenstufen 5 bis 8 lernen komplett zusammen, in den Stufen 9 und 10 werden sie nach Leistungsvermögen in allen Fächern getrennt.

Andere Häuser können die Oberschule aber auch ganz anders organisieren, der Erlass des Gesetzgebers beinhaltet viele Kann- und Vielleicht-Bestimmungen, sagte Ulrich Pätz von der Schulbehörde. Es wird in den kommenden Wochen vor allem auf die Planungsgruppen ankommen, in denen Schulleiter, Lehrer, Schulträger sowie Eltern- und Schülervertreter sitzen. Pro Oberschule wurde eine Gruppe gebildet. Jede muss jetzt für ihren Standort entscheiden, ob Kinder der neuen fünften Klassen alle gemeinsam unterrichtet werden, eine Differenzierung in Kernfächern stattfindet oder Haupt-, Realschul- und gegebenenfalls Gymnasialzweige beibehalten werden. Zudem steht die Entscheidung an, ob die Einrichtungen Ganztagsschulen werden. Am Geld soll es nicht scheitern. Der Landkreis habe versichert, dass genügend Geld zur Verfügung gestellt wird, um die Ganztagsschulen zu finanzieren, hieß es gestern.

Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr seien in Gehrden enorm, berichtet Huge. Über 100 Kinder wollen die 5. Klasse der Oberschule besuchen, trotz Gesamtschulen in der Nähe. Für ihn ist klar, dass die "klassische Aufteilung" von Schulen aufhören müsse, integrative Momente zögen bei den Eltern. Die Befürchtung, dass zu wenig Zeit bleibt, die neue Schulform bis September umzusetzen, wie in Celle vielfach vorgetragen, teilt er nicht. "Das ist machbar, es handelt sich nicht um eine neue Schule, sondern um eine neue Organisationsform." Außerdem sei der Zeitrahmen an seiner Schule knapper gewesen. Gehrden wurde 2011 Oberschule. Zur Vorbereitung blieben nur zwei Monate.

"Die Oberschule ist ein Quantensprung", sagte der Celler Schuldezernent Bodo Theel. Schulbehörde und Landkreis glauben nach dem Hickhack der vergangenen Monate, die Lehrer überzeugen zu können. Beispiel: Insgesamt hätten sich 300 Kollegen für die neun Planungsgruppen beworben. Es gab nur 75 Plätze.

Flankiert werden die Treffen dieser Gremien ab der kommenden Woche von insgesamt acht Veranstaltungen für Eltern. An jedem Oberschulstandort werden Landkreis und Schulbehörde informieren. Den Auftakt macht am 6. März Hermannsburg (17 Uhr, Schule im Örtzetal). Am 7. März geht es in Bergen weiter (Anne-Frank-Schule, 17 Uhr). Eltern in Wathlingen werden am 8. März (17 Uhr, Schulzentrum) informiert. Der letzte Termin ist am 22. März in Winsen.