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Wathlingen Wieder weniger Straftaten im Südkreis
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wieder weniger Straftaten im Südkreis
17:45 21.03.2012
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Deutlich mehr Fahrraddiebstähle, weniger Wohnungseinbrüche, ein leichter Rückgang im Bereich der Körperverletzungen und kaum registrierte Drogendelikte: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in den Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel knapp 1100 Straftaten gezählt, 77 weniger als im Vorjahr.

Die Polizeistationen in Wathlingen und Wienhausen sind für ein Gebiet von rund 180 Quadratkilometern mit rund 24.000 Menschen zuständig. Da mit den Bundesstraßen 3 (Hannover-Celle) und 214 (Braunschweig-Celle) zwei Hauptverkehrsadern des Celler Landkreises im Zuständigkeitsbereich liegen, ist die Aufnahme von Unfällen ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit. 2011 wurden in beiden Samtgemeinden 380 Verkehrsunfälle registriert, 18 weniger als im Jahr zuvor. 87 Mal wurde eine Unfallflucht gemeldet.

In der öffentlichen Wahrnehmung hat in den vergangenen Jahren vor allem die Jugendkriminalität im südlichen Teil des Celler Landkreises eine Rolle gespielt. So setzte das Wathlinger Rathaus Belohnungen aus, als Fälle von Vandalismus bekannt wurden. Bestätigen kann die Polizei einen Anstieg jugendlicher Straftaten aber nicht. Im Gegenteil: „In der Gesamtbetrachtung ist Vandalismus rückläufig, auch bedingt durch die gute Jugendarbeit in den Samtgemeinden. Es gibt keine randalierenden Gruppen, die von Lidl zu Aldi ziehen“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter Karsten Kuhls. Allerdings habe die vorübergehende Schließung des Jugendtreffs in Nienhagen im dritten Quartal 2011 spürbare Auswirkungen gehabt. In und um die Gemeinde sei es daraufhin zu mehr Sachbeschädigungen und Diebstählen gekommen. Inzwischen ist der Jugendtreff wieder geöffnet, die Gemeinde hat einen neuen Jugendpfleger eingestellt.

Von spektakulären Verbrechen oder Raub- und Einbruchserien blieben die Menschen der Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel 2011 verschont. Ausnahme: Am 22. Dezember wurde ein 82-jähriger Rentner in Neu Schepelse brutal überfallen. Zwei Jugendliche verlangten nach den Autoschlüsseln des Mannes und verletzten ihn mit einer Schlagwaffe massiv am Kopf. Die Schläger konnten später ermittelt werden. Skurril mutete unterdessen eine Diebstahlserie in Eicklingen an. Drei Jugendliche suchten mehrfach einen Gebrauchtwagenhändler auf, um immer wieder einen bestimmten Dreier-Golf zu stehlen. Diesen ließen sie nach den Spritztouren irgendwo in der Prärie stehen. Einmal schlichen sie sich wieder zu dem Gelände des Gebrauchtwagenhändlers, um den Golf zu entwenden. Der war allerdings noch bei der Polizei, wo Spuren gesichert wurden. Also mussten die Täter auf einen Volvo „ausweichen“, den sie in Celle mutwillig gegen einen Baum setzten und komplett zerlegten. Bei einer weiteren Tour mit dem Golf wurden die drei 16-Jährigen schließlich geschnappt.

Nachdem im Jahr 2010 Erfolge bei der Bekämpfung von Fahrrad-Diebstählen gemeldet wurden, hat sich dieser Trend im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Mit 112 gemeldeten Diebstählen hat sich die Zahl sogar fast verdoppelt, obwohl die Polizei etwa beim Hachefest inzwischen darauf setzt, bewachte Fahrradgaragen anzubieten. Der Wathlinger Polizeichef Andreas Klüßmann, der die Dienststelle seit einem Jahr leitet, macht für einen Großteil sechs bis acht namentlich bekannte Jugendliche verantwortlich. Dazu komme der Leichtsinn vieler Radfahrer. „Stichproben haben ergeben, dass bis zu 50 Prozent der Räder nicht abgeschlossen sind“, sagt er. Dagegen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von 39 auf 33 im Jahr 2011 zurückgegangen. Das heißt aber auch: Rund alle zehn Tage wird in den beiden Samtgemeinden ein Einbruch verübt.

Signifikant ist der Rückgang bei den Drogendelikten. Während 2010 genau 65 Fälle bekannt wurden, waren es in den folgenden zwölf Monate nur noch 18. Die Zahl kann ganz unterschiedlich interpretiert werden. Entweder ist die Drogenkriminalität stark rückläufig oder der Polizei gelingt es nicht, Straftaten zu ermitteln.

Dienststellenleiter Klüßmann sagte unterdessen, dass Ende Juni das Projekt zur stärkeren Kooperation der Polizeidienststellen von Wathlingen und Lachendorf ausläuft. Ziel des einjährigen Projektes ist es, die Präsenz auf der Straße zu erhöhen. An sieben Tagen in der Woche soll 24 Stunden am Tag mindestens eine Polizeistreife im südöstlichen Teil des Landkreises auf den Straßen unterwegs sein.