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Südheide 4000 Besucher bei Unterlüßer Rheinmetall-Werk
Celler Land Südheide 4000 Besucher bei Unterlüßer Rheinmetall-Werk
21:15 27.07.2014
Die Panzerhaubitze 2000 gab - eine Vorstellung ihrer Feuerkraft. Quelle: Udo Genth
Unterlüß

UNTERLÜSS. Was gezeigt wurde, war eindrucksvoll. Sicherlich wird der Firmenname Rheinmetall zunächst mit rustikaler Militärtechnik in Verbindung gebracht. Die bildete natürlich einen Schwerpunkt der Schau. Allerdings war das Bemühen unverkennbar, zu zeigen, dass Panzer und Kanonen nur eine Seite des Unternehmens repräsentieren.

In der Lehrwerkstatt zeigten die Auszubildenden ihre teilweise ausgeklügelten Werkstücke, die sie selbst entworfen und hergestellt hatten. „Wir haben augenblicklich keine weiblichen Auszubildenden“, bedauerte Petra Frömke. Offenbar haben junge Frauen eine Scheu vor Metall, vermutete die Ausbildungsmeisterin. „Rheinmetall hat nicht nur Großgeräte und bietet weiblichen und männlichen Jugendlichen gleichermaßen viele Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagte Frömke, die vor 24 Jahren selbst als Lehrling in Unterlüß angefangen hatte. Jedoch nicht nur Lehrlinge werden gesucht, vielmehr wendet sich Rheinmetall Unterlüß generell an Fachkräfte der unterschiedlichsten Sparten. Im Hinblick auf die Planungen, die in den nächsten Jahren Neubauten von Fertigungsstätten vorsehen, bietet das Unternehmen bis zu 250 neue Arbeitsplätze. Das Investitionsprogramm umfasst rund 35 Millionen Euro.

„Vor etwa einem halben Jahr haben wir mit den Vorbereitungen für diesen Tag begonnen“, erläuterte Marketing-Referentin Katja Knöfel. Sie hob besonders das starke Engagement aller Beteiligten hervor, ohne das ein solches Großereignis nicht durchzuführen gewesen wäre. Sogar an Kinder, die etwa zehn Prozent der Besucher ausmachten, wurde gedacht. Stände mit Spielen oder Aktionen wendeten sich speziell an die Jüngsten.

Den Höhepunkt des Tages bildete eine dynamische Vorführung von gepanzerten Fahrzeugen wie etwa Kampfpanzer Leopard II, Luftlande-panzer Wiesel oder die Panzerhaubitze 2000. Sie zeigten gegen Mittag ihr Einsatzpotenzial mit scharfen Schüssen auf dem werkseigenen, etwa 55 Quadratkilometer großen Schießplatz, der hier vor 115 Jahren eingerichtet wurde. Auf ihm hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst tägliche Arbeit. Eine diesbezügliche Ausstellung zeigte jedoch ebenso entschärfte Blindgänger des Krieges. An den Zweiten Weltkrieg erinnerte auch eine gefechtsmäßig aufgestellte Flak 8,8 Zentimeter – die bekannte „Acht-Acht“ – auf dem Werksgelände.

Henning Otte (CDU), Bundestagsabgeordneter aus Eversen und verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, freute sich „über Hightech in der Heide“. Rheinmetall ist nach seinen Worten für Deutschland ein wichtiger Partner im Bereich der Sicherheit.

Von Udo Genth