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Südheide 90 Jahre Missionsbasar in Hermannsburg mit Andrang wie immer
Celler Land Südheide 90 Jahre Missionsbasar in Hermannsburg mit Andrang wie immer
17:23 07.10.2016
Nahezu unübersichtlich waren die Angebote der Flohmärkte, wie hier bei den Haushaltswaren. Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

Da gab es Bastelarbeiten, wobei die Schnitzereien aus afrikanischen Ländern das Gros der ausgestellten Dinge bildeten. Der Renner waren handgeschnitzte Giraffen, grazil und gut einen Meter groß. Zudem gab es Bastelarbeiten unterschiedlicher Art, Kunstgewerbe aus Südafrika, Äthiopien, Malawi, Indien und Zentralafrika, sowie Kekse, Schokoladen und Marmeladen.

Voll war es nicht nur auf dem Gang, sondern ebenso in den Räumen, in denen Handarbeiten und Flohmarktartikel angeboten wurden. Wie stets bildete der Büchermarkt einen besonderen Käufer-Magnet. Hier drängten sich die Menschen, beguckten die Bücher vom Trivial-Roman aus der Feder von Rosamunde Pilcher über Fachbücher bis zu schöngeistiger Literatur. Allen war gemeinsam, dass sie nach Gewicht verkauft wurden. "1 kg für 3,00 Euro" stand über der Kasse angeschlagen. Dort diente eine altertümliche Waage zur Bestimmung des Preises.

Der Missionsbasar besteht seit 1926. Allerdings wisse er nicht, ob dieses Mal der 90. Basar stattfinde, sagte Horst Hinken, in dessen Händen die Gesamtverantwortung dazu lag. "Ich kann nicht sicher sein, dass es in den Jahren 1944 und 1945 wirklich Missionsbasare gab", meinte er. So oder so, zumindest gründet sich diese Veranstaltung auf der Zeit vor 90 Jahren.

Eine Besonderheit war und ist die Verlosung. Der nunmehr 65-Jährige Wilfried Koch war der Herr über 450 Preise, die aus Südheide, Faßberg, Bergen und sogar Soltau gestiftete worden sind. Darunter waren durchaus hochwertige Dinge wie etwa Reisegutscheine, Smartphones und Tablet-Computer. Neben Torten und Kuchen gab es eine weitere Spezialität. Im Missionshaus konnten die Kunden echtes Wott essen, das äthiopische Nationalgericht. Es besteht aus Hackfleisch oder gehacktem Hühnerfleisch mit Zwiebeln und vielen scharfen Gewürzen. Das Ganze wird durch neutralen Quark und ein gekochtes Ei etwas gemildert.

"Wir sind aus Bergen", sagte Lilo Spitzer, die mit ihrem Mann Siegfried herübergekommen war, "es hat uns sehr gut gefallen". Mit Franziska Reineke äußerte sich eine geborene Hermannsburgerin. "Drum gehen wir jedes Jahr hier hin", bemerkte die blonde 18-Jährige, die mit ihrer Mutter gekommen war.

Von Udo Genth