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Südheide Abriss für neue Bauplätze?
Celler Land Südheide Abriss für neue Bauplätze?
17:36 28.03.2012
Unterlüß

UNTERLÜSS. Bisher sind es nur zwei Häuser in der Hubach- und der Berliner Straße in Unterlüß, die nach 2011 wieder zur Versteigerung anstehen. Doch die Frage ist, wie lange das so bleiben wird. Denn es darf getrost davon ausgegangen werden, dass die dänische Canto-Bank als Gläubiger der Zweite Garden Grundstücks GmbH die Grundschuld auf alle Gebäude der Ex-Rheinmetall-Wohnungen hat eintragen lassen.

Die Rechtsanwaltskanzlei aus Berlin, die die Canto-Bank vertritt, will sich nicht mal dazu äußern, ob sie die Bank vertritt, denn sie ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Leiter des Celler Amtsgerichtes Günter Busche kann bisher nur die Anträge zur Wiederaufnahme der Verfahren bestätigen. Er sagt aber auch: „Sollte die Grundschuld für alle Immobilien gelten, ist die Ausweitung möglich.“

Der Gegenwert für alle Wohnungen ist auf jeden Fall erreicht. Wie aus einem Schreiben der Rechtsanwälte an die Mieter hervorgeht, sollen sich die Forderungen der Canto-Bank inzwischen auf mehr als zwölf Millionen Euro belaufen.

Das Thema Wohnungsgenossenschaft kommt so in der kleinen Nordkreisgemeinde wieder auf die Agenda. Die Parteien im Rat und der Bürgermeister bleiben aber skeptisch. „Es ist sicher nicht die Aufgabe der Kommune, Immobilien in seinen Besitz zu integrieren“, sagte Kurt Wilks. Sollten die Gebäude aber durch das Versteigerungsverfahren zu einem sehr günstigen Preis auf den Markt kommen, müsste man das nochmal prüfen.

Für Hans-Karl Haak (SPD) käme wenn überhaupt nur ein Gebäudezug für den Kauf in Frage, um diesen zu modernisieren.

Der SPD/WG-Fraktionsvorsitzende Uwe Meineke sieht unterdessen in dem Zwangsversteigerungsverfahren eine gute Chance, um eventuell wieder Wohnraum zu schaffen, der aus seiner Sicht dringend benötigt wird. „Viele Menschen wollen im Grünen wohnen und ich habe regelmäßig Anfragen nach Wohnraum. Derzeit gibt es aber nur Zweite Garden und der Zustand der Wohnungen entspricht nicht dem heutigen Standard“, sagte Meineke. Er will aber keine Sanierung, sondern könnte sich vorstellen, einen Gebäudekomplex in der Berliner Straße zu ersteigern und dann abzureißen, um Raum für gut 25 Bauplätze zu schaffen.

Die CDU sieht ein Engagement angesichts der anstehenden Fusionsverhandlungen generell skeptisch. „Kommunen sind nach meiner persönlichen Meinung nicht dafür zuständig, Wohnungen von GmbHs zu übernehmen, die möglicherweise insolvent werden“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinfried Meyer. Zudem dürfte Unterlüß angesichts der Verhandlungen über den Zukunftsvertrag mit Faßberg und Hermannsburg erst mal keine zusätzliche Verpflichtungen eingehen.

Die Versteigerungen zu den jetzigen Verfahren sollen im Herbst stattfinden.

Von Tore Harmening