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Südheide Abschied in Hermannsburg: "Macht, dass Ihr weg kommt"
Celler Land Südheide Abschied in Hermannsburg: "Macht, dass Ihr weg kommt"
16:48 11.07.2014
Von Jürgen Poestges
Als die Besten der Guten wurden zehn Abiturienten von Schulleiterin Mette-Bonde Schmid-Hennies (rechts) besonders ausgezeichnet. Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

„Hit the road“ – „Macht, dass Ihr weg kommt“. Mit diesem Lied wurden die Abiturienten des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg gestern aus ihrer Schule verabschiedet. 66 Schüler – 33 Mädchen und 33 Jungen – waren zu den Prüfungen angetreten und hatten auch alle bestanden. „Ein paar sind auch in die Verlängerung gegangen“, bemühte Martina Wittenburg im Grußwort des Schulelternrates ein Bild aus dem Fußball. „Manche für ein ganzes Jahr, andere nur für die mündliche Prüfung. Aber Sie haben jetzt genug Punkte gesammelt, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt müssen Sie auf einem anderen Platz weiterspielen. Und nicht immer werden alle Bälle, die Sie spielen, ins richtige Tor gehen. Damit müssen Sie sich dann aber abfinden.“

In seiner Festrede bezog sich Studiendirektor Georg Isert auf das Motto, das sich die Abiturienten gegeben hatten: „Die Götter verlassen den Olymp“. Wie es denn wohl so ist, wenn die Götter unter die sterblichen Menschen steigen, fragte er. Und er erzählte zwei Geschichten aus den „Metamorphosen“ von Ovid, die den „Alltag“ eines Treffens zwischen Göttern und Menschen beschrieben. „Nicht immer kommt es nämlich dann zu Kriegen oder weltbewegenden Umwälzungen“, sagte Isert. Er wünschte den ehemaligen Schülern, dass sie für ihre Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen.

Moritz Nikolai verabschiedete die ehemaligen Mitschüler für den Schülerrat. Er verglich den Lebensweg mit einer Straße, die mal mit Teer und mal mit Sand belegt ist. „Ich wünsche Euch immer die richtigen Reifen für die richtige Straße“, schloss er seine Rede.

Untermalt vom „York‘schen Marsch“ von Ludwig van Beethoven, gespielt vom Blasorchester der Schule unter der Leitung von Inga Lange, waren die Abschlussklässler in die Aula einmarschiert. Für den musikalischen Rahmen sorgten daneben das Kammermusikensemble und der Chor des Gymnasiums, die Theater-AG zeigte dazu eine Neu-Interpretation des „Prometheus“ von Johann Wolfgang von Goethe. Diese Gruppen boten noch einmal einen Streifzug durch den lebendigen Schulalltag, den die Abiturienten nun endgültig hinter sich lassen.

Der Schulleiterin Mette-Bonde Schmid-Hennies war es dann vorbehalten, den Schülern ihre Abschlusszeugnisse zu überreichen und dazu die Jahrgangsbesten zu ehren. In ihrer Begrüßung stellte sie die Relativität der Zeit in den Mittelpunkt. „Wenn man jung ist, glaubt man, man hat viel Zeit für alles mögliche. Aber je älter man wird, desto mehr weiß man, wie schnell die Zeit vergeht.“

Die Abschiedsrede des Abiturjahrgangs teilten sich Luise Mayer, Dana Jeske, Pascal Peters und Felix Thake. Sie ließen ihre Jahre am Hermannsburger Gymnasium noch einmal Revue passieren. „Als wir hier an den Olymp kamen, haben wir festgestellt, dass es ein schwerer, steiler Aufstieg ist. Und dass die richtige Arbeit erst angefangen hat, als wir oben auf dem Olymp angekommen waren“, erklärten sie. „Und wir hoffen, dass wir uns jetzt nicht alle aus den Augen verlieren, sondern uns immer wieder zu Feiern treffen, wie wir es auch zuletzt häufig getan haben.“

Sie bedankten sich bei ihren Lehrern und anderen „guten Geistern“ der Schule mit Präsenten – unter anderem gab es auch zwei Hackfleisch-Igel. „Am meisten danken wir unseren Eltern für ihre Unterstützung. Aber die können wir ja nicht alle auf die Bühne bitten, um ihnen Blumen oder Schokolade zu überreichen.“ Stattdessen wurden alle im Anschluss zu einem Sektempfang eingeladen – womit sich letztlich dann auch alle zufrieden zeigten.