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Südheide Achtung Autofahrer: Krötenwanderung beginnt
Celler Land Südheide Achtung Autofahrer: Krötenwanderung beginnt
17:18 26.02.2012
Der Nabu Unterl¸fl errichtet am Wochenende den ersten Krˆtenzaun in Lutterloh. Quelle: Tore Harmening
Neu Lutterloh

Noch sind die Nächte kalt, aber der Nabu Unterlüß geht davon aus, dass sich das in der nächsten Woche ändern wird. Dann wird auch die Krötenwanderung beginnen.

„Besonders die Nächte sind wichtig. Wenn die Temperatur wie vorhergesagt bei über sechs Grad liegt, geht es los“, sagt Karin Seider. Zusammen mit ihrem Mann Gerhard Seider sowie Susanne König und Klaus Rump brachten sie deshalb am Sonnabend an den Straßenrändern bei Lutterloh die Krötenfangzäune in Stellung.

„Das hier ist mit einer der Ecken, wo es besonders viele Tiere gibt“, sagt Gerhard Seider. Die Kröten und Frösche haben den Winter irgendwo in der Heide verbracht und wenn die Tage länger und die Temperaturen wärmer werden, zieht es sie zum Laichen zu den Teichen auf der anderen Straßenseite. Ähnlich wie Wanderfische kehren sie an den Ort zurück wo sie geboren wurden.

In Lutterloh hat der Nabu im vergangenen Jahr 809 Kröten und Frösche eingesammelt, darunter besonders viele Erdkröten. Die Gattung wurde 2012 von der Deutsche Gesellschaft für Herpetologie (Amphibienlehre) und Terrarienkunde als Lurch des Jahres gekürt. Etwa 4000 Amphibien werden nach einer Statistik des Nabu im Landkreis Celle jedes Jahr vor den Zäunen weggeholt und umgesetzt.

In einigen Stunden haben die Nabu-Mitglieder am Wochenende die leichten Plastikplanen in Lutterloh von einer Rolle gelassen und mit Metallstangen ähnlich wie bei Zelten errichtet. „Früher“, so erzählt Gerhard Seider hatten wir schwere Krötenzäune, die genagelt werden mussten. Da hatten wir mit der Jugendfeuerwehr den ganzen Tag zu tun“. Heute geht das einfacher.

Bei der Arbeit tragen die Nabu-Mitarbeiter gelbe Warnwesten, damit sie gut gesehen werden. Sie appellieren an die Autofahrer, in den kommenden Wochen besondere Sorgfalt an den Stellen walten zu lassen, an denen sie die Krötenzäune entdecken. Zum einen wegen der Kröten, die nicht nur durch einen Reifen, sondern auch durch den Unterdruck getötet werden, der beim Fahren unter einem Auto entsteht. Vor allem aber wegen der Menschen, die die Kröten an den Straßenrändern einsammeln. „Es wäre schön, wenn die Autofahrer da ein bisschen den Fuß vom Gas nehmen und nicht schneller als Tempo 70 fahren“, sagt Karin Seider.

Dank spricht der Nabu bei der Gelegenheit dem Landkreis aus. Der hatte an der Landesstraße in Lutterloh bei einem Metallkrötenzaun für eine Reparatur gesorgt, nachdem sich zunächst niemand dafür zuständig erklärt hatte. Jetzt hält der Zaun auch da wieder dicht und die Kröten können kommen.

Von Tore Harmening