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Südheide Auch im Landkreis Celle: So viel fressen Wölfe nun doch nicht
Celler Land Südheide Auch im Landkreis Celle: So viel fressen Wölfe nun doch nicht
13:14 07.11.2018
So eine schlanke Wolfsfähe wie diese, die unweit von Siedenholz vor die Kamera lief, kann gar nicht so viel fressen, wie den Beutegreifern neulich in der CZ zugeschrieben wurde.  Quelle: Forstamt Unterlüß: Arne Riedel
Unterlüß

UNTERLÜSS. Sie fressen aber definitiv nicht so viel, wie in der vergangenen Woche an dieser Stelle stand. Wolfsberater Arne Riedel hatte in seinem Vortrag am Tag der offenen Tür im Waldpädagogikzentrum Ostheide in Siedenholz gesagt, dass 100 Wölfe in den vier Landkreisen Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Celle und Lüneburg etwa ein Viertel der Jagdstrecke fressen würden. In der CZ stand aber, dass 100 Wölfe nur im Landkreis Celle ein Viertel der Jagdstrecke vertilgen würden. Das war falsch und löste bei den Jägern zu Recht Widerspruch aus. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Bei einer Veranstaltung der Adolf-Toepfer-Akademie für Naturschutz zum Thema Wolf erfuhren kürzlich Kinder, dass der aus dem Märchen bekannte „böse Wolf“ unmöglich die Großmutter und dazu noch Rotkäppchen gefressen haben könnte. 110 Kilogramm Fleisch hätte er verdrücken müssen. Ein ausgehungerter Wolf frisst maximal 10 Kilogramm am Stück, dann ist Schluss.

Reißt ein Wolf ein großes Beutetier, kehrt er zu dem Riss mehrfach zurück, um sich satt zu fressen. Das ist durch Fotofallen auch hier im Celler Raum schon dokumentiert worden. Es könne auch passieren, dass eine ganze Wolfsfamilie vorübergehend ihren Aufenthaltsort näher an die Beute verlege, sagt Wolfsberater Helge John. Natürlich bedienen sich in der Zwischenzeit auch andere Tiere wie Fuchs, Wildschwein oder Kolkrabe an dem Fleischangebot. Haben sich aber Menschen zu intensiv mit dem Kadaver beschäftigt, kann der Wolf das Stück auch schon mal verschmähen.

Am Montag beschäftigt der Wolf den Gemeinderat Faßberg, er berät über einen Wolfslehrpfad. Nicht die Wölfe sollen etwas lernen, die Menschen sollen Informationen über Wölfe erhalten.

Von Joachim Gries