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Südheide Auf Bedürfnisse neuer Ziel­gruppen einstellen
Celler Land Südheide Auf Bedürfnisse neuer Ziel­gruppen einstellen
13:41 19.03.2015
Theaterintendant Andreas Döring - liest zum Auftakt - des Bürgerdialogs eine Erzählung - des russischen Schriftstellers - Anton Tschechow vor. Quelle: Sonja Richter
Hermannsburg

Elmar Best von der Lünebur­ger Heide GmbH warnte vor überzogenen Erwartungen, was die touristische Vermarktung von Kulturangeboten in der Region angeht. „Die Touristen kommen in erster Linie zu uns wegen der Natur, nicht wegen der Kultur“, sagte Best. Doch gebe es einen Mitnahmeeffekt. Wer schon mal da sei, sei auch be­reit, vorhandene Angebote in der Umgebung zu nutzen. Die Lüneburger Heide GmbH wirbt mit Broschüren, Websi­tes, in den Social Media und Touristeninformationsstellen für das, was die Region zu bieten hat. Best ermunterte alle Kulturschaffenden, sie auf interessante Angebote hin­zuweisen. Das Internet-Portal www.lueneburger-heide.de mit vier Millionen Besuchern im Jahr biete außerdem eine kos­tenlose Werbeplattform, die je­der selbst nutzen könne. Grundsätzlich müsse man sich darauf einstellen, dass die wichtigste touristische Ziel­gruppe – die „Bodenständigen“ und Traditionsverbundenen – allmählich aussterbe, und sich auf die Bedürfnisse neuer Ziel­gruppen einstellen.

Jörg Landgraf vom Albert­-König-Museum in Unterlüß mahnte an, dass jeder kulturel­le Anbieter nicht nur für sich selbst, sondern auch für die an­deren werben sollte, zum Beispiel durch das Auslegen von Flyern. Für eine Vernetzung unterschiedlicher kultureller Aktivitäten und Akteure, die der Moderator des Abends Georg Gremels anvisierte, sei das Albert-König-Museum bereits ein gutes Beispiel. In den Räumlichkeiten des Museums würden nicht nur Bilder ausgestellt, es fänden dort auch Konzerte oder Theateraufführungen statt. Hier sei noch mehr möglich, auch für Hermannsburger. Auf die Frage, welche Räume für Kulturveranstaltungen in Hermannsburg selbst zur Verfügung stehen, gab es unterschiedliche Anregungen, bis hin zu dem Vorschlag, doch leerstehende Gebäude wie den ehemaligen Lidl-Markt zu nutzen.

Eine Möglichkeit, durch Ver­netzung und Kooperationen das kulturelle Angebot auf dem Land auszubauen und zugleich mehr Leute nach Celle zu lo­cken, zeigte Andreas Döring, Intendant des Celler Schloss­theaters, auf. Für gemeinsame Veranstaltungen suche das Theater derzeit Partner in den ländlichen Gemeinden. Bereits geplant für 2016 sei eine „Schlosstheater-Landpartie“.

Von Sonja Richter