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Südheide Außenminister spricht mit Mutter aus Hermannsburg
Celler Land Südheide Außenminister spricht mit Mutter aus Hermannsburg
17:24 22.06.2011
Hermannsburg

Westerwelle habe seine Unterstützung zugesichert. Die Botschaften im Sudan und in Ägypten sind laut der Sprecherin über den Fall informiert und stünden in Kontakt mit dem Sicherheitsbehörden des jeweiligen Landes. Ein Besuch Westerwelles in Nordafrika, der ohnehin vorgesehen war, ist kurzfristig verschoben worden, soll aber schnell nachgeholt werden.

Derzeit gehen die Ermittler in Celle davon aus, dass Axel Hüls, der seine Kinder vor mehr als acht Wochen aus Hermannsburg nach Afrika entführt hatte, sich wieder in Ägypten aufhält. Am 19. Mai soll er mit dem Schiff aus dem Sudan über Assuan wieder in den nordafrikanischen Staat eingereist sein. Die Bundesrepublik unterhält in Ägypten die Botschaft in der Hauptstadt Kairo und hat zwei Honorarkonsule, die in Alexandria und Hurghada ihren Sitz haben.

Angesichts der beginnenden Urlaubssaison steigt die Chance, dass Touristen, die in Deutschland von dem Schicksal der Familie erfahren haben, im Urlaub auf Hüls und seine vier Kinder treffen. Die Ermittler in Celle raten aber dringend davon ab, zu versuchen, den Mann festzuhalten.

„Etwas wie die Bürgerverhaftung, die in Deutschland gesetzlich geregelt ist, gibt es nach unserem Kenntnisstand in Ägypten nicht. Daher könnte es zu Problemen kommen“, sagte Polizeisprecher Peter Großmann. Der allerbeste Weg sei es, die Familie im Auge zu behalten und die Botschaft beziehungsweise einen Honorarkonsul zu informieren. „Ebenfalls möglich ist der Gang zur örtlichen Polizei, wobei es dort zu Schwierigkeiten kommen könnte, weil Verständigungsprobleme möglich seien und vielleicht nicht jede Dienststelle mit dem Fall vertraut ist“, sagte Großmann.

Ob sich Hüls wirklich in Ägypten aufhält, ist derzeit aber auch nicht endgültig geklärt. Ein Tourist, der in Afrika unterwegs war, hatte sich nach seiner Heimkehr bei den Behörden gemeldet und berichtet, dass er Axel Hüls und seine vier Kinder auf einer Fähre am 19. Mai vom Sudan in Richtung Ägypten gesehen hat. Die Polizei geht davon aus, dass es sich mit an „Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Vater und die Kinder gehandelt hat“, wie Großmann sagte.

Aus ermittlungstaktischen Gründen macht die Polizei derzeit keine Angaben darüber, wie sie vor Ort agiert. Allgemein machte Großmann aber deutlich, dass der Einsatz von Zielfahndern bei einer so schweren Straftat wie Kindesentzug verhältnismäßig wäre. Über den Einsatz würde in Celle entschieden.

Die Sichtung auf der Fähre ist bereits der zweite Augenzeugenbericht. Eine Urlauberin, die im Sudan unterwegs war hatte bereits erzählt, dass sie mit den vier Kindern einige Tage im Sudan im gleichen Hotel war und dort auch ein Foto von den beiden Mädchen Lisa (4) und Miriam (5) geschossen.

Die Mutter Katja Hüls hat sich unterdessen nach ihrem Auftritt bei Stern-TV aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie ließ mitteilen, dass sie derzeit keine Interviews gibt.

Von Tore Harmening