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Südheide Ausstellung „Sommer der Frauen“ im Albert-König-Museum eröffnet
Celler Land Südheide Ausstellung „Sommer der Frauen“ im Albert-König-Museum eröffnet
18:07 07.09.2017
Besucher der Ausstellung „Sommer der Frauen“ im Unterlüßer Albert König Museum bewundern eine „Holzplastik“. Quelle: Oliver Knoblich
Unterlüß

Auf die Suche gemacht hatte sich für dieses ungewöhnliche Projekt die Ausstellungskuratorin Dietrun Otten: „Wir wollten damit einen neuen Weg betreten und in diesen historischen Wänden mehr Raum schaffen für die Präsentation zeitgenössischer Kunst, die quasi vor Ort entsteht. Und es wurde eine spannende Entdeckungsreise – und auch ein Stückchen Offenbarung, wie viele gute, oft selbst mir unbekannte Künstlerinnen wir in unserer Region haben. So hatte ich am Ende keinen Mangel, sondern die Qual der Wahl, wie und mit wem ich diese Ausstellung zusammensetze“.

Die Kuratorin ließ offen, ob und in welcher Form es eine mögliche „Fortsetzung“ geben wird. Sicher ist, zehn Kunstschaffende haben es in die erste Runde geschafft. „Sie sind so unterschiedlich und individuell, wie es ihre Malstile, ihre Konzeptionen, das gewählte Material und ihre Darstellungen beweisen. Die Jüngste ist 35, die Älteste 82 Jahre alt – und alle eint: Sie stehen im Leben.“

Mit stimmungsvoller Farbigkeit nimmt Susanne Andreae die Betrachter ihrer Bilder gefangen. Im Zauber aus Licht und Schatten hält sie eine Momentaufnahme besonderer Stimmung auf Leinwand fest. Die Radierungen von Ruth Bubel-Blickhardt entfalten ihren Reiz, weil sie nicht nur primär etwas abbilden, sondern darin auch etwas anderes, Vergangenes widerspiegeln. Mit Landschafts- und Häuserspiegelungen im Wasser beschäftigt sich Ewelina Firek – abstrahiert und doch erkennbar nutzt sie das sommerliche Farbspektrum aus.

Starke Kontraste und keine Furcht vor Farbe hat auch Ursula Gomm. Ihr Diptychon „Spiegel der Erinnerung“ setzt auf komplementäres Gelb und Violett. Ruth Schimmelpfeng-Schüttes Triptychon „Stundenbuch“ setzt Tageszeiten und Licht in Regenbogen-Sequenzen. Wie stark Mimik wirken kann, dokumentiert Ilsabé Prinzhorn mit ihrem Triptychon „Chinesin“.

Das Spiel mit starken Farbflächen und fast flüchtig dahingetuschter Linienführung beherrscht Andrea Rauser eindrucksvoll. Ihre Figuren sind in Bewegung, mitten im Fluss, zeigen Emotionen. Ganz klar, in Teilen sogar fotorealistisch, laden Heike Schlo-binskis Bilder zum Betrachten ein. In „Neue Ufer“ hypnotisiert die sich kräuselnde, widerspiegelnde Wasserfläche den Betrachter geradezu.

Anna Janders Arbeiten bestechen in Serie. Im Unterwasserlicht des Schwimmbeckens vollziehen die „Schwimmerinnen“ ihre Übungen. Schwimmszenen anderer Form hat Annette Schlien fast skizzenhaft auf Karton festgehalten.

Von Doris Hennies