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Südheide Ausstellung in Unterlüß: Die Heide und ihre Menschen
Celler Land Südheide Ausstellung in Unterlüß: Die Heide und ihre Menschen
17:58 26.11.2013
Erwin Vollmer: „Ruhendes Mädchen“; 1937; Öl auf Leinwand. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Unterlüß

UNTERLÜSS. Wechselnde und doch immer wieder verwandte Bilder bieten sich dem Besucher der Lüneburger Heide: Gewellte Hügel mit leuchtenden Sandwehen, endlose Heideflächen, kleine Kieferngruppen, strohgedeckte Schafställe mit ihren zur Erde reichenden Dächern, Birkenalleen und natürlich die Menschen, die hier leben. Bilder, die schon zahlreiche Künstler dazu inspiriert haben, das Gesehene und die damit einhergehenden wechselnden Stimmungen festzuhalten und auf die Leinwand zu bannen.

Das Albert-König-Museum in Unterlüß hat die „Maler der Lüneburger Heide“ zu seinem Sammlungsschwerpunkt gemacht. Und traditionell wird in den Wintermonaten jeweils eine attraktive Auswahl dieser mittlerweile mehr als 10.000 Arbeiten umfassenden Sammlung ausgestellt. Am Sonntag wurde unter dem Titel „Mensch und Landschaft“ die aktuelle Ausstellung dieser Reihe eröffnet. 72 Ölbilder und Aquarelle von Fritz Flebbe (1893-1929), Erwin Vollmer (1884-1973) und Günther Weißflog (1909-1987) wurden zu einer sehenswerten Schau zusammengestellt. Und wie der Titel schon erkennen lässt, handelt es sich bei den Künstlern um ausgewiesene Landschaftsmaler, die aber – wie Museumsleiter Klaus Homann bei der Vernissage ausführte – auf unterschiedliche Weise auch immer wieder den Menschen zum Motiv ihrer Darstellungen erkoren haben, von der stillenden jungen Mutter über die „Wäsche machende“ Bäuerin bis hin zum Schäfer mit seiner Herde oder bei der Schur.

Fritz Flebbes Arbeiten drehen sich in einem emotional gesteuerten Karussell mal um existentielle Situationen des menschlichen Lebens, mal um „die Landschaft um seinen jeweiligen Lebensmittelpunkt herum“, deren letzter Müden an der Örtze gewesen ist. Das bäuerliche Leben hat er hier ebenso festgehalten wie die charakteristische Heidelandschaft. Doch – so Homann – „der Eindruck der Idylle kommt dabei nicht auf.“ Es seien vielmehr „ausdrucksstarke, bewegte Landschaften“.

Erwin Vollmer wechselt von einer zunächst pointillistischer Malweise zunehmend zu einer expressionistischen Darstellung der Landschaft. Bei seinen figürlichen Arbeiten bleibt er hingegen „einer eher flächigen dekorativen Darstellung treu“, erläuterte Homann an ausgewählten Beispielen. Vollmers Aktdarstellungen seien allerdings auch Belege für eine „gesteigerte Ausdrucksweise“. Günther Weißflogs in einer Mischtechnik aus Harzöl und Tempera ausgeführten Gemälde wiederum sind geprägt von einer unsagbaren Intensität der Farben. „So hat die Heide vor ihm keiner gemalt“, kommentierte Homann Vollmers Verwendung der kraftvoll leuchtenden Farben, die „auch den Reiz seiner späten Aquarelle“ ausmachen.

Die Ausstellung ist bis zum 13. April samstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.

Von Rolf-Dieter Diehl