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Südheide Ausstellung zum 200. Geburtstag der Hubertus-Apotheke Hermannsburg
Celler Land Südheide Ausstellung zum 200. Geburtstag der Hubertus-Apotheke Hermannsburg
17:55 06.04.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

Joachim Webel ist in seinem Element. „Schauen Sie mal“, sagt er voller Begeisterung, und deutet auf einen schmalen, leicht vergilbten Zettel in der Glasvitrine neben ihm. „Sogar ein altes Rezept von einem Hermannsburger Arzt haben wir – das stammt aus dem Jahr 1895.“ Der Vorsitzende des Förderkreises Heimatmuseum legt gerade letzte Hand an die Sonderausstellung „Mörser, Mumien, Medikamente“, die am kommenden Sonntag anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Apotheke in Hermannsburg ihre Pforten öffnet. Es sei dem Heimatmuseum wichtig, mit seinen jährlich wechselnden Sonderausstellungen einen lokalen Bezug zu schaffen, erklärt er. „Da bot sich das Jubiläum der Hubertus-Apotheke natürlich an.“

Nach Schließung der Celler Löwen-Apotheke ist die Hubertus-Apotheke heute die älteste noch in Betrieb befindliche Apotheke im gesamten Landkreis. „Den Namen ‚Hubertus-Apotheke‘ trug sie aber nicht immer“, erzählt Webel. „Nach dem Heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger, wurde sie erst Ende der vierziger Jahre benannt.“

Die Hermannsburger Apotheke hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Am 26. Mai 1818 erhält der Arzt Dr. Adolph König die Konzession für ihre Errichtung – ihre genaue Lage allerdings ist bis heute unklar. Als Arzt mit Dispensierrecht darf König die von ihm verschriebenen Arzneimittel zwar selbst herstellen und abgeben, als Nichtapotheker das Geschäft jedoch nicht selber führen. Das übernimmt Apothekergehilfe Anton Georg Walch, der als Provisor eingestellt wird.

„Früher hat man Tabletten noch in mühevoller Handarbeit hergestellt“, erläutert Webel, und wandert weiter zur nächsten Vitrine, die ein altmodisches Pillenrollbrett nebst Zäpfchenformen für Kinder und Erwachsene zeigt. Er schmunzelt. „Die Pillen wurden mit einer Art Model zu Kügelchen geformt – daher kommt übrigens auch der Name ‚Pillendreher‘.“

Nach dem Tod Adolph Königs im August 1824 soll die Apotheke zunächst nach Bergen verlegt werden – die Hermannsburger Bürger protestieren jedoch vehement. Mit Erfolg: Am 30. April 1825 verkauft Königs Witwe die Apotheke an den Eldagser Georg Wiggers, der im neugebauten Haus Billingstraße 45 eine „Apotheke mit Landwirtschaft“ einrichtet. 1835 gründet Wiggers eine Filialapotheke in Bergen, die 1841 von der Landdrosterei zur Vollapotheke erhoben wird.

Von 1842 bis 1857 muss die Hermannsburger Apotheke als Filialapotheke ihr Dasein fristen. Dann setzen sich die Einwohner erneut mit einer Bittschrift für die Selbstständigkeit ihrer Apotheke ein: Am 1. Oktober 1857 erhält Carl August Zuberbier schließlich die Konzession für eine Vollapotheke in Hermannsburg, die Ostern 1858 in neue Räumlichkeiten in der Celler Straße 16 einzieht.

Nach dem Tod von Zuberbier im August 1878 folgen unruhige Zeiten mit vier Verwaltern, bis Apotheker Arnold Grünewald am 11. März 1880 die Hermannsburger Apotheke übernimmt und sie 25 Jahre lang führt. 1905 erhält Otto Lohmann die Konzession und kauft Haus, Grundstück, Apotheke, Warenlager sowie Inventar. Am 1. April 1947 übernimmt Lonny Leinkauf die Apotheke – sie ist es auch, die ihr den Namen „Hubertus-Apotheke“ gibt. Feuchtigkeit in den Vorratsräumen der Celler Straße 16 führen später zu der Auflage, die Apotheke in ein neues Gebäude verlegen zu müssen: 1954 zieht die Hubertus-Apotheke an ihren heutigen Standort am Gerichtsweg um.

1958 pachtet Peter Vogel die Hermannsburger Apotheke und kauft 1968 das Betriebsrecht auf Rentenbasis. Seit Juli 1992 leitet Christian Vogel die elterliche Apotheke. „Die Familie Vogel ist es auch, die etwa 95 Prozent der Exponate zu dieser Ausstellung beigesteuert hat“, berichtet Webel. „Mörser, Mumien, Medikamente“ spannt den Bogen vom ursprünglichen Salbentopf bis hin zur modernen Pharma-Industrie: „Einfach Wahnsinn, was sich da in den vergangenen 200 Jahren alles getan hat“, findet der Förderkreis-Vorsitzende. Die Sonderausstellung zeige neben alten Ingredienzen wie „Teufelsdreck“ – ein Kraut, das bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein gegen Magen-, Leber- sowie Gallenleiden eingesetzt wurde – und „Spanischer Fliege“ auch ganz absonderliche Sachen, verrät Webel noch. Mit leichtem Schaudern fasst er ein bauchiges Porzellangefäß ins Auge, auf dem der Schriftzug „Mumia vera“ prangt. „Eine alte Arzneidroge, die man aus echten Mumien gewonnen hat“, erklärt er. „Die wurde übrigens noch bis zum Jahr 1924 in Deutschland angeboten – für zwölf Goldmark je Kilogramm.“

Von Christina Matthies

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