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Südheide Bahnhof Unterlüß: "Starkes Signal an das Land"
Celler Land Südheide Bahnhof Unterlüß: "Starkes Signal an das Land"
17:35 08.07.2014
Barrierefrei sieht ganz ander aus: Für Gehbehinderte ist die Treppe vom - Bahnsteig hinab im Bahnhof Unterlüß ein schier unüberwindliches Hindernis. Quelle: Udo Genth
Unterlüß

UNTERLÜSS. Rückenwind für die Petition, um den Unterlüßer Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Die Gemeinderäte aus Unterlüß und Hermannsburg unterstützten den Aufruf in der jüngsten gemeinsamen Sitzung. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür, das Ansinnen von Initiator Hartwig Gehring und gut 2500 Menschen zu unterstützen.

Holger Meyer (SPD) bezeichnete es in der Sitzung als einen „Schildbürgerstreich“, was am Bahnhof derzeit passiere. Gemeint sind damit die Bauarbeiten, die seit vergangenem Jahr laufen und einen leichteren Einstieg in die Züge ermöglichen sollen. Doch während an den Bahnsteigen gebaut wird, bleibt der Zugang unberührt.

Wie wichtig dieser Zugang ist, hatte Gehring an vielen Beispielen schon früher verdeutlicht. So würde die Betreuerin im Altenheim Hermannstraße mit ihren Kolleginnen für die Bewohner einen Ausflug nach Uelzen zum Weihnachtsmarkt anbieten. Es scheitert daran, dass den Bewohnern kein barrierefreier Zugang zu den Gleisen zur Verfügung steht. Ein weiterer Unterlüßer würde gerne mit dem Zug fahren, den er sogar kostenlos nutzen könnte, weil er eine Anerkennung von 80 Prozent Invalidität hat. Aber auch ihm ist der Weg versperrt, weil er keine Begleitperson findet.

Der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks bezeichnete den Bahnhof als „ein Standbein der neuen Gemeinde Südheide”. Man habe versucht, mit der Bahn über die aktuellen Bauarbeiten zu reden, um eine Veränderung zu erreichen. Das sei aber ohne Erfolg geblieben. Mit der Unterstützung der Petition wolle man noch einmal ein starkes Signal an das Land senden.

Wilks wusste sich da einig mit seinem Hermannsburger Kollegen Axel Flader und auch allen Politikern. „Der jetzt anstehende Großraumverkehrs-Tarif nach Hannover kann nur ein weiteres Argument für die Barrierefreiheit sein, sagt Lutz Zschiesche (WG).

Gehring war zufrieden mit der Unterstützung und will jetzt mit den Fraktionsvorsitzenden aus dem Unterlüßer Rat nach Hannover fahren, um dem Landtagspräsidenten die 2500 Unterschriften zu übergeben und eine Kopie gleich auch an die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) zu geben.

Aber warum gehen die Unterschriften dorthin und nicht an den Eigentümer des Bahnhofes, die Deutsche Bahn? Gehring begründet das damit, dass die Initiatoren Fördergelder einwerben wollen, um so eine Gesprächsgrundlage mit der Bahn zu haben, die mehrfach abgewunken hatte im Bezug auf die Barrierefreiheit. „Diese Mittel gibt es nur über die LNVG”, erklärte Gehring. Der genaue Termin für die Übergabe in Hannover steht noch nicht fest.

Von Tore Harmening