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Südheide Bevölkerung hilft bei Kampf gegen Herkulesstaude
Celler Land Südheide Bevölkerung hilft bei Kampf gegen Herkulesstaude
17:31 18.12.2013
Von Carsten Richter
Nicht giftig! Äußerlich der einzige Unterschied zum Riesenbärenklau: Wiesenbärenklau (Foto) wird nicht höher als 1,20 Meter. Quelle: Carsten Richter
Hermannsburg

Sie sehen sich beide zum Verwechseln ähnlich – und gerade das kann richtig gefährlich werden: der giftige Riesen-Bärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, und der Wiesen-Bärenklau, der im Gegenteil sogar als Heilpflanze angewandt wird. Ursprünglich kommt die Herkulesstaude aus dem Kaukasus, seit den 1980er-Jahren breitet sie sich zunehmend auch in Europa aus und ist bei Kontakt besonders für Kinder eine Gesundheitsgefahr. Die Gruppe Hermannsburg/Faßberg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hat sich die Bekämpfung der Pflanze vorgenommen – und dabei in diesem Jahr Unterstützung aus der Bevölkerung bekommen.Der NABU hatte zu Jahresbeginn um Mithilfe gebeten. „Es gingen sehr viele Meldungen ein“, freut sich Ron Livingston vom Vorstand der NABU-Gruppe. „Allerdings waren etwa 95 Prozent davon Bestände des Wiesenbärenklau.“ Außer durch ihre Größe sind beide Doldenblütler für das ungeübte Auge kaum zu unterscheiden: Vier Meter hoch kann der giftige Riesen-Bärenklau werden, der Wiesen-Bärenklau aber nur etwa 1,20 Meter. „Bei Berührungen in Verbindung mit Tageslicht kommt es beim Riesenbärenklau zu langwierigen Verbrennungen“, warnt Livingston. Dadurch könne sogar Krebs entstehen.

Auch aus ökologischer Sicht sei die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus erforderlich: Wegen ihrer enormen Höhe zerdrücke die Pflanze alle anderen Gewächse. Besonders entlang der Örtze waren die fleißigen Helfer im Einsatz: „Über den Fluss breitet sich die Saat weiter aus“, sagt Livingston. Gras säen oder den Boden umpflügen wirke hingegen dem Wachstum entgegen. An elf Stellen im nördlichen Landkreis haben der NABU und seine fleißigen Helfer das Übel buchstäblich an der Wurzel gepackt.

Um die Bestände endgültig zu bekämpfen, ist mehr­-jährige Arbeit nötig. Der NABU bittet daher weiterhin um Bestandsmeldungen aus der Bevölkerung. „Nächstes Jahr geht‘s weiter“, kündet Livingston an. (car)