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Südheide Bis 2016: Rüstungsfirma Rheinmetall investiert 35 Millionen Euro in Unterlüß
Celler Land Südheide Bis 2016: Rüstungsfirma Rheinmetall investiert 35 Millionen Euro in Unterlüß
18:13 13.02.2014
Rundgang (von links) Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, erläuterte dem Landtagsabgeordneten Maximilian Schmidt und Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) ein Herstellungsverfahren für panzerbrechende Munition. Quelle: Tore Harmening
Unterlüß

UNTERLÜSS. Rheinmetall investiert bis 2016 rund 35 Millionen Euro in den Standort Unterlüß. Es kann aber noch mehr werden, wenn denn Großaufträge mit Kunden aus dem Mittleren Osten zustande kommen. Diese Botschaft gab am Donnerstag der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Armin Papperger, dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) mit auf den Weg.

Bei seinem Besuch wurde er über die aktuelle Situation des Standortes und das Unternehmen informiert. „Wir bieten rund 1100 Produkte im Rüstungsbereich an, sind mit mindestens zehn davon alleine an diesem Standort Weltmarktführer und haben derzeit einen Auftragsbestand von sechs Milliarden Euro”, erklärte Papperger. Er betonte dabei noch einmal, wie wichtig die Aufträge aus dem Ausland seien. Vor 15 Jahren habe Rheinmetall noch gut 80 Prozent seines Umsatzes in Europa gemacht, „inzwischen machen wir 80 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Europas”, so der Rheinmetall-Chef.

Er berichtete dem Wirtschaftsminister auch von einem besonderen Programm, der Ausbildung, bei dem 400 algerische Soldaten in der Region Deutsch lernen und die Kultur kennenlernen. Zudem werden sie an den Waffensystemen geschult. Für diese Ausbildung will Rheinmetall in den kommenden Jahren ein neues Zentrum in Unterlüß bauen und auch vorhandene Gebäude erneuern. Zusammen mit den Investitionen für die Fertigung des Schützenpanzers Puma und der nach wie vor im Aufbau befindlichen Serienfertigung für geschützte Lasterkabinen ergibt es das 35-Millionen-Paket.

Derzeit verhandele das Unternehmen zudem mit weiteren Partnern aus dem Mittleren Osten über Großaufträge. Sollten diese zustande kommen, könnten bis zu 4000 weitere Soldaten von dort zur Ausbildung nach Celle kommen. „Ob das möglich ist, müssen wir letztlich mit der Bundespolitik klären”, sagte Papperger, warb aber indirekt auch beim Wirtschaftsminister, ein gutes Wort für das Unternehmen einzulegen.

Wie Andreas Schwer, Mitglied des Bereichsvorstandes Defence, beim Rundgang über das Gelände ergänzte, waren die Ausbildungsaufträge bisher immer mit einer Rüstungslieferung verbunden. Das würde wohl auch für die künftigen Aufträge gelten. Um welche Summe sich die Investitionen erhöhen könnten, dazu machte das Unternehmen gestern keine Angaben. Die Zahl der Mitarbeiter könnte aber unter dieser Voraussetzung nach Schwers Angaben sogar über 2000 steigen.

Allerdings sind die Aufträge in den Mittleren Osten immer wieder umstritten und die Bundesregierung muss die Exporte genehmigen. Der Wirtschaftsminister ließ durchblicken, dass er sich für Rheinmetall einsetzen will. „Ich nehme einen hervorragenden Eindruck aus Unterlüß mit. An diesem Standort gibt es Hightech in der Heide, die es zu sichern gilt”, so Lies. Er werde dies auch an verschiedenen Stellen deutlich machen. Allerdings würde die Entscheidung über Rüstungsgeschäfte immer noch in Berlin getroffen.

Von Tore Harmening