Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Bürgerstreife in Hermannsburg wird eingestellt
Celler Land Südheide Bürgerstreife in Hermannsburg wird eingestellt
19:49 27.03.2015
Der FOSD wird künftig nicht mehr in der Nacht durch Hermannsburg laufen. Quelle: Udo Genth (Archiv)
Hermannsburg

Dabei wird der FOSD das Opfer seines eigenen Erfolgs und des mangelnden Nachwuchses. In den Abendstunden waren die Mitglieder in hellen Warnwesten besonders an den Wochenenden, aber auch unter der Woche im Ort unterwegs. Wie Südheides Bürgermeister Axel Flader in der jüngsten Sitzung erläuterte, scheint diese Präsenz offenbar Erfolg gehabt zu haben. So ist die Zahl der Vorkommnisse wie Sachbeschädigung, Vandalismus und kleinere Brandstiftungen seit 2007 kontinuierlich zurückgegangen.

Im ersten Jahr gab es noch 52 dieser Vorfälle, 2010 noch 45, 2012 schließlich 19 und im vergangenen Jahr nur noch vier. „Wir konnten feststellen, dass die Präsenz sehr deutliche Erfolge gezeigt hat”, fasste Flader das Ergebnis zusammen und der gesamte Rat applaudierte noch einmal für das Engagement, das dort die Bürger an den Tag gelegt hatten.

Doch jetzt stand die Verwaltung vor der Frage, „gehen wir in die Aquise von neuen Helfern oder stellen wir den FOSD ein”, so Flader. Man entschied sich, dem Rat Letzteres zu empfehlen, verbunden mit der Hoffnung, dass die Zahlen so niedrig bleiben.

Für Carsten Rusitschka (Linke) eine richtige Entscheidung. Aus seiner Sicht „ist das ohnehin eine hoheitliche Aufgabe. Gleichzeitig sollten sich aber alle dafür einsetzen, dass die Polizei besonders nachts hier deutlich mehr Präsenz zeigt”, so Rusitschka. Angesichts sinkender Stellenzahlen ist das aber derzeit eher ein Wunsch, der wohl nicht so schnell erfüllt werden wird.

Harten Voss (FDP) zweifelte deshalb auch an der Einstellung. „Wir legen den FOSD jetzt schlafen, aber ich glaube nicht, dass die bösen Buben sich schlafen legen”, sagt Voss. Der FOSD sei auch keine hoheitliche Aufgabe, sondern lediglich eine ehrenamtliche Gefahrenabwehr gewesen. „In ein paar Jahren”, so seine Prognose, „werden wir spätestens wieder über die Einführung eines FOSD sprechen.”

Unumwunden gegen die Einstellung sprach sich das Ratsmitglied Ron Livingston (Grüne) aus. „Derzeit geht fahrendes Volk in Hermannsburg von Tür zu Tür, um zu betteln. Die Situation hat sich wieder grundlegend geändert”, so Livingston. Er war schlussendlich aber der einzige, der gegen die Einstellung stimmte.

Aufrechterhalten bleibt das Programm, mit dem die Gemeinde Graffitis sofort entfernt. Dies hat laut Flader in den vergangenen Jahren gute Erfolge gebracht, weil die Zahl der registrierten Schmierereien zurückgegangen ist.

Von Tore Harmening