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Südheide Celler Imker setzen neueste Technik bei Bienenzucht ein
Celler Land Südheide Celler Imker setzen neueste Technik bei Bienenzucht ein
17:31 14.08.2017
Quelle: Elena Bockelmann
Hermannsburg

Lassen die Imker generell die Bienen ihre Arbeit machen, so setzt Hinnerk Völker aus Hermannsburg vermehrt Hightech ein. „Es sind mehrere Bereiche, in denen mir die neuen Technologien helfen“, sagt der 28-jährige Imkermeister, der in der dritten Generation in dem Hermannsburger Betrieb seiner Tante Annette Völker-Kohrs arbeitet. „Die Bienen müssen immer genügend zu fressen haben. Wenn ihre Königin und die Behausung so ist, wie sie sich das vorstellen, geht es den Bienen gut. Die Behausung muss gegen Regen dicht sein.“

So kann er mit Digitalwaagen, auf denen die Bienenkörbe stehen und durch Datenübermittlung per App genau kontrollieren, wie es den jeweiligen Bienenvölkern geht, ob sie gesund sind und ob sie genügend Tracht einsammeln.

Jetzt mit Beginn der Heideblüte hat Völker zehn Standorte rund um Hermannsburg und auf dem abgesperrten Militärgelände zur Verfügung, auf denen er seine 250 Bienenvölker betreut. „Das Handwerk an der Biene an sich ist gleich geblieben, aber die Verarbeitung drumherum, die Technik, Bienen von A nach B zu bringen und die Technik den Honig zu entnehmen und aufzubereiten hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert“, stellt Völker fest. Die Qualität könne durch Technik verbessert werden.

Seit 2010 arbeitet er hauptberuflich mit Bienen. Schon als Kind hatte er durch seinen Opa und Firmengründer Helmut Völker Kontakt zu den summenden Insekten. Für Völker macht guten Honig aus, dass er unter Bedingungen geerntet wurde, die zu dem Honig passen. Ein guter Honig habe von seinem Zuckerspektrum bestimmte Werte, an denen man sehen kann, dass er qualitativ hochwertig ist. „Man versucht, Honig besonders rein zu ernten. Honig hat aber nie 100 Prozent nur eine Honigart. Die Bienen sind von der Natur aus darauf bedacht, eine Vielfalt zu erreichen. Aber eine Heidefläche, die kaum andere Blüten bietet, sorgt für echte Reinheit.“ Zudem spielen Wärme und Kälte eine große Rolle.

Neben den Digitalwaagen setzt Völker im Laufe der Verarbeitung zwei weitere Hightech-Geräte ein: Mit einem Laserthermometer misst er genauestens die Temperatur bei der behutsamen Verarbeitung des Honigs in der Rührmaschine: „Die richtige Verarbeitungstemperatur für Honig liegt bei maximal 40 Grad.“

Und bei der Abfüllung sind ebenfalls neueste Module im Einsatz, die lasergesteuert präzise die Etiketten auf die Honiggläser kleben. Die Gläser gelangen nach einem Karusselldurchlauf, in dem sie ihre Deckel erhalten, an eine Kontaktstelle, die das weitere Etikettierungsverfahren steuert. „Wir sind sehr optimistisch, was die Heideblüte angeht, weil wir in diesem Jahr sehr viel Feuchtigkeit gehabt haben“, sagt Völker. „Das kalte und nasse Frühjahr hat uns ein wenig durcheinander gebracht. Wir sind aber guter Hoffnung, das ausgleichen zu können.“

Von Lothar H. Bluhm