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Südheide Celler Nordkreis: Nabu gegen Traubenkirsche
Celler Land Südheide Celler Nordkreis: Nabu gegen Traubenkirsche
16:34 21.01.2014
Von Carsten Richter
Sie ist dem NABU Hermannsburg-Faßberg ein Dorn im Auge: die Späte Traubenkirsche, mit wissenschaftlichem Namen Prunus serotina. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

"Wir kämpfen seit vielen Jahren dagegen an", sagt Bärbel Dethlefs vom Vorstand der Nabu-Ortsgruppe. "Bestimmte Biotope reagieren sehr empfindlich auf die Späte Traubenkirsche." Grundsätzlich seien die meisten Neophyten eine Bereicherung der Landschaft, doch die hohen und dichten Bestände der Kirsche unterdrückten die angestammte Vegetation vollständig – Artenreichtum gehe so verloren.

Seit 2006 begibt sich der Nabu Hermannsburg-Faßberg regelmäßig in die Natur, um dem Wachstum der Pflanze Herr zu werden: Am Sonnenberg in Müden, im Örtzepark in Hermannsburg, am Haus der Natur in Oldendorf oder im Bereich Misselhorn. "Das ist eine Menge Arbeit", sagt Dethlefs. Das Problem: Die Samen bleiben noch viele Jahre keimfähig. Kleine Pflanzen zieht der Nabu aus der Erde, größere werden in mindestens einem Meter Höhe abgeschnitten. Zusätzlich müssen alle Zweige entfernt werden, da die Späte Traubenkirsche überwiegend oben wieder austreibt – vier bis fünf Jahre lang muss regelmäßig nachgeschnitten werden. Die Niedersächsischen Landesforsten könnten nicht untersagen, dass die Pflanze in den Handel gelange, erklärt Sprecher Joachim Hansmann. "Aber gerade in Heidegebieten ist es Förstern verboten, sie anzupflanzen."

Auch in manchen Gärten ist die Späte Traubenkirsche inzwischen zu finden – oft ohne Wissen der Besitzer. Von anderen Kirscharten unterscheidet sich die Späte Traubenkirsche übrigens durch ihren starken Geruch nach Bittermandel. Immerhin: Anders als die Herkulesstaude – ebenfalls ein Neophyt – ist sie nicht gesundheitsgefährend. Bei Fragen zur Bekämpfung steht Bärbel Dethlefs unter ☏ (05052) 3278 zur Verfügung. (car)