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Südheide Der Weg zur Macht ist ein blutiges Geschäft
Celler Land Südheide Der Weg zur Macht ist ein blutiges Geschäft
18:24 21.02.2010
Shakespeares „Macbeth“ : von Lady Macbeth aufgestachelt, ersticht Macbeth König Duncan im Schlaf Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

In knapp zwei Stunden spulte sich das Geschehen um Macbeth ab. Er ist eher ein Zauderer, wird dennoch angestachelt durch seine ehrgeizige Frau Lady Macbeth zum Mörder und schließlich König. Um seinen Status zu erhalten, lässt er weiter morden. Letztlich fällt er selbst einem Mordanschlag zum Opfer. Der Weg zur Macht ist „ein blutiges Geschäft“, wie Macbeth bereits eingangs feststellt.

Dieses Spiel um Machterhalt und Selbstüberschätzung, in dem Wagemut und Wahnsinn eine bedeutende Rolle spielen, hat zweifellos einige aktuelle Bezüge. Genau aus diesem Grunde haben es die 16 Schüler ausgewählt und auf die Bühne gebracht. Sie spielen es mit der ganzen Inbrunst junger Künstler und stellen den Inhalt des Stückes in den Mittelpunkt. Da lenkt kein Bühnenbild ab, vielmehr werden auf der kahlen Spielfläche lediglich durch schwarze Vorhänge zeitliche und räumliche Trennungen verdeutlicht. Ebenso sind die Laienschauspieler nicht aufwändig im Stile der Zeit kostümiert, sondern agieren in dunkler Alltagskleidung, bei der lediglich farbige Accessoires die Zugehörigkeit zu einzelnen Gruppen andeuten.

Bemerkenswert ist die Leistung der Regie, die praktisch einen Extrakt des Shakespear’schen Originals aufbereitete. Mancher Handlungsfortgang wird durch überraschende Effekte unterstrichen. Die Aufführung hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und wurde zu Recht mit starkem Schlussbeifall bedacht.

Das Stück bildete den stilvollen Beitrag zur Neueröffnung der renovierten Aula des Gymnasiums.

Termin: Das Theaterstück wird am Montag, 22. Februar, 19.30 Uhr, wiederholt . Der Eintritt ist frei.

Von Udo Genth