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Südheide Die Eisenbahn als Geburtshelfer
Celler Land Südheide Die Eisenbahn als Geburtshelfer
17:36 10.02.2012
Quelle: Udo Genth
Unterlüß

UNTERLÜSS. Die Meinung, der spätere Ort Unterlüß habe seinen Ursprung in einer Kneipe, ist jedoch falsch. Vielmehr stand nicht weit entfernt von der Schenke ein Forstlaus "Zum Unterlüß". Es ging am 1. Juli 1845 durch Ankauf in den Besitz der Eisenbahnverwaltung über.

Dieses Forsthaus ist die wahre Keimzelle des nun entstehenden Ortes Unterlüß. In ihm siedelten sich vornehmlich Leute an, die mit der Bahn verbunden waren. Deshalb wurde Unterlüß gelegentlich "Eisenbahner-Ort" oder gar " Dorf an der Schranke" genannt. Zumindest dieser Beiname verlor seine Berechtigung mit der weitgeschwungenen Straßenbrücke, die seit 1989 die Eisenbahnstrecke am Bahnhof überquert und die Schrankenanlage ersetzt.

Der Name "Unterlüß" - also "unter dem Lüß" - weist auf den Lüßberg hin, der sich nicht weit entfernt im Lüßwald bis auf eine Höhe von 130 Metern erhebt. Dessen Bezeichnung könne mit dem dort vorkommenden Löß-Boden zusammenhängen, vermutet ein Förster der Region.

Der Ort Unterlüß hat heute rund 3600 Einwohner, die Eisenbahn als anfänglich größter Arbeitgeber wurde längst durch einen Betrieb des "Rheinmetall"-Konzerns abgelöst, darüberhinaus sind viele mittelständige Unternehmen im Ort ansässig. Das renommierte Albert-König-Museum zieht Besucher aus ganz Deutschland an. Umgeben ist Unterlüß nach wie vor vom Lüßwald, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands.

Von Udo Genth