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Südheide Ein neuer Chef für das Hermannsburger Missionsseminar
Celler Land Südheide Ein neuer Chef für das Hermannsburger Missionsseminar
18:02 26.01.2014
Von Carsten Richter
Michael Thiel leitet künftig das Hermannsburger Missionswerk. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

„Allmählich bekomme ich richtig Lust“, sagt Michael Thiel. Gleichwohl weiß er, dass keine leichte Aufgabe auf ihn zukommt: Der 56-Jährige wird neuer Leiter des altehrwürdigen Evangelisch-lutherischen Missionswerkes (ELM) in Hermannsburg, voraussichtlich am 1. Mai tritt er sein Amt an. Der Theologe, der seit 2000 Superintendent des Kirchenkreises Gifhorn ist, muss den angestoßenen Reformprozess fortführen. Und das in Zeiten knapper Kassen.

Die umstrittene Schließung des traditionsreichen Missionsseminars zur Ausbildung von Theologen für den Dienst in Übersee – auch sie ist schließlich eine Folge der drastischen Kürzungen in Millionenhöhe. Etwa 75 Prozent des jährlichen ELM-Haushalts werden aus Zuschüssen der drei Trägerkirchen und aus Spenden finanziert. Der Rest muss durch eigene Mittel aufgebracht werden. Den eingeschlagenen Weg mit der Umwandlung in die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie hält Thiel für richtig. „Die Hochschule erfreut sich steigender Studentenzahlen. Sie können hier viele Erfahrungen sammeln und haben durch die Verbindung theologischer, sozialer und internationaler Strukturen später gute Perspektiven.“

Die konkrete finanzielle Situation müsse er erst einschätzen, meint Thiel. Die Planungen des ELM, in diesem Jahr für rund 2,1 Millionen Euro zwei neue Gebäude zu errichten, waren schon vor seiner Wahl getroffen worden: In einem Anbau an das Ludwig-Harms-Haus soll es künftig eine Tagesbetreuung für Menschen mit Behinderungen geben. Außerdem werden auf einem leer stehenden Grundstück an der Christianstraße 15 barrierefreie Wohneinheiten entstehen. Die Vorhaben seien vernünftig, sagt Thiel. „Das sind wichtige Investitionen in die Zukunft.“

Nach außen hin wünscht sich der neue Leiter des ELM internationale Begegnungen auf Augenhöhe. Kirchliche Partner aus Übersee einzuladen, gegenseitig voneinander zu lernen und so zu einer religiösen Vernetzung beizutragen – das liegt Thiel am Herzen. Eine Aufgabe, für die der gebürtige Hannoveraner prädestiniert ist: Schon vor seiner Zeit in Gifhorn war Thiel viele Jahre stellvertretender Superintendent, nach Studium und Vikariat hatte er seine erste Pfarrstelle 1985 im Landkreis Hameln-Pyrmont. Zudem liegen zwölf Jahre als Mitglied der Landessynode hinter ihm.

International ist der verheiratete Vater von vier Kindern ebenfalls gut vernetzt. Er hält persönliche Kontakte nach Indien und Malawi, wo er Erfahrung in kirchlicher Partnerschaftsarbeit sammelte. Auch nach seinem Amtsantritt wird man Thiel erst mal nicht in Hermannsburg antreffen: Zunächst wird er drei Monate lang Partnergemeinden in Südafrika besuchen.

Carsten Richter