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Südheide Eine Gute Zeit für Veränderungen
Celler Land Südheide Eine Gute Zeit für Veränderungen
17:32 07.12.2011
Guenter Binder zeigt auf das Haus, das in seiner Substanz erhalten bleibt und nach wie vor ein architektonisch interessanter Bestandteil des Ortskerns von Hermannsburg sein wird. Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

Der Ortskern Hermannsburgs soll schöner werden, urtümlicher und moderner zugleich, und belebter. Viele Häuser wurden im Laufe der Jahre verändert, darunter litt das historische Ortsbild.

In den kommenden Jahren nimmt die Gemeinde deshalb mehr als drei Millionen Euro in die Hand, um öffentliche und private Gebäude, Plätze und Straßen im Ortskern zu sanieren und restaurieren. Ein Sechstel, rund 500.000 Euro, sind für die Projekte der Bürger bestimmt.

Das Geld wird als Förderung ausgezahlt, zwischen 20 und 30 Prozent der Kosten können übernommen werden, bis zu 35.000 Euro. Hermannsburgs Bauausschuss empfahl in der vergangenen Woche diese Regelungen; die Zustimmung des Gemeinderats am 15. Dezember gilt als sicher. „Dann ist die Richtlinie rechtsverbindlich“, sagt Bauamtsleiterin Katharina Ebeling. Sie betreut die Vergabe und klärt Bürger über ihre Möglichkeiten auf.

Eines der ersten privaten Projekte nimmt Günter Binder in Angriff. Er verweist auf die Kreditzinsen: „Für Veränderungen ist das jetzt eine sehr gute Zeit.“ Gemeinsam mit seiner Frau, der Architektin Ursula Binder, wird er ein historisches Haus in der Bahnhofstraße restaurieren, dort sollen Mietwohnungen entstehen: „Das ist meine Altersvorsorge.“ Bis dahin ist es noch ein langer Weg: „Die Fassade wird gedämmt, soll optisch aber gleich bleiben. Außerdem kommen neue Fenster rein, das Dach wird gemacht.“ Diese Arbeiten sind förderfähig. Für Rolf Schütte, Prokurist beim Sanierungsträger BauBeCon, ist das Projekt eine „vorbildliche Maßnahme“, geeignet, auch andere Hermannsburger zum Mitmachen zu ermutigen.

Die Bremer BauBeCon ist Sanierungsträger, hat der Gemeinde dabei geholfen, die Gelder einzuwerben. In den kommenden Jahren wird es monatlich eine Sprechstunde in Hermannsburg geben. Bürger bekommen dabei Informationen über die Förderung. Außerdem verwaltet die BauBeCon das Treuhandkonto und ruft das Geld bei der Investitions- und Förderbank Niedersachsen ab, der NBank. Gegebenenfalls kann der Sanierungsträger verlangen, dass ein Architekt hinzugezogen wird, um die Planungen abzusegnen.

Die Förderhöhe bemisst sich nach der Investitionssumme und am Zustand des Gebäudes, sagte Schütte dem Bauausschuss. „Wir wollen das Geld nicht breit verstreuen, sondern ganz gezielt investieren.“ Deshalb haben sich Gutachter das abgesteckte Gebiet im Herzen Hermannsburgs angeschaut und förderfähige Häuser festgelegt. Deren Eigentümer können die Gelder beantragen. Schütte: „Wichtig ist, dass historische Bezüge wiederherstellt werden, eine reine Instandhaltung geht nicht.“ Darüber hinaus können leerstehende Geschäfte mit den Zuschüssen modernisiert werden, damit sich schneller ein neuer Mieter findet.

Rund eine Million, ein Drittel der Förderung, kommt von der Gemeinde, den Rest schultern Bund und Land im Rahmen der Städtebauförderung, erläutert Ebeling. Wer wissen will, ob sein Gebäude für eine Förderung in Frage kommt, kann sich unter ☏ (05052) 2628 bei ihr melden. Die Anträge können dann formlos gestellt werden, im Gespräch werden die Details erörtert. Wichtig ist, dass die Aufträge erst nach der Bewilligung erteilt werden. Binder hofft auf rege Beteiligung seiner Nachbarn und Mitbürger: „Alte Gebäude sind interessant. Mit diesen Zuschüssen können wir Hermannsburg so aussehen lassen, wie es früher einmal war.“

Von Isabell Prophet