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Südheide Espressivo-Bach vom Feinsten
Celler Land Südheide Espressivo-Bach vom Feinsten
12:42 03.12.2018
Unter der ausdrucksvollen Leitung von Hans Jürgen Doormann (Mitte) war die Hermannsburger Kantorei in der Kirche St. Peter-Paul zu erleben. Quelle: David Borghoff
Hermannsburg

Hans JürgenDoormanns Espressivo-Bach wirkt heute noch so direkt auf seine Zuhörer, wie man es früher bei den heute kaum mehr bekannten führenden Bach-Interpreten der 60er bis 80er Jahre gehört hat. Doormann versteht Bachs Kunst nämlich hörbar vor allem als eine Kunst, die Klänge und musikalische Strukturen zu klingendem Ausdruck umformt. Mit dieser Einstellung, Barockmusik ganz aus dem Ausdruckswillen und Können eines Komponisten zu verstehen, steht er heute gegen den Mainstream, der diese Musik vorwiegend aus wieder belebten historischen Aufführungstraditionen heraus zu begreifen versucht. Dass Doormann zudem noch seine Art des Bach-Musizierens in einer Art und Weise betreibt, die ihn als Individuum ganz im Hintergrund belässt und einzig die Musik und ihr religiöses und auch überreligiöses Ethos ins Zentrum stellt, das macht sein Musizieren zu einem besonderen Ereignis. Im Idealfall führt das zu einer Erlebnistiefe, die nur unzulänglich in Worte zu fassen ist. Von einem solchen Idealfall ist hier zu berichten. Neben der Hermannsburger Kantorei war noch ein auffallend gutes Instrumentalensemble und ein sehr guter Organist zu erleben. Im Mittelpunkt des Programms: zwei Bach-Kantaten.

Das Programm begann bereits mit einer musikalischen Überzeugungstat: Andreas Hammerschmidts Chorsatz zu „Machet die Tore weit“ eröffnete den Abend mit einer fast überrumpelnden Intensität. Der Chor war mit dem ersten Ton präsent, sowohl als Klangkörper als auch als Ausdruckskollektiv. Da passte alles.

Dann die Bach-Kantate „Das neugeborene Kindelein“. Nun führte Doormann seinen Chor und die Instrumentalisten mit Verve, Feingefühl und enormem Sinn für Atem, Phrasierung und Tempo durch die Partitur. Kein einziger Musiker spielte da nur Töne, ausnahmslos alle produzierten Musik. Die klangschönen Oboen atmeten genauso den Geist, den Doormann als Dirigent heraufbeschwor wie das sehr gut aufeinander abgestimmte Consensus-Quartett als Mini-Streicherformation. In der später noch gespielten Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ war dieses Streichquartett mit seinem Spiel wie aus einem Guss gar der Garant für das Gelingen der grandiosen Bass-Arie „Streite, siege, starker Held“.

Und dann diese Chorsätze – Doormann formte jeden einzelnen mit seiner Kantorei zu einem eigenen Kunstwerk und gliederte jeden zugleich perfekt in die Gesamtarchitektur der Stücke ein. Am Schluss nimmt er gerne das Volumen leicht zurück mit der Wirkung, dass so dem Hörer die Chance eröffnet wird, diese Musik in sich weiterklingen zu lassen. Wunderbar.

Dass es dazwischen auch noch zwei Orgelstücke von Nicolaus Bruhns zu hören gab, die ideal ins Programm hineinkomponiert waren, war bemerkenswert. Aber auch die Umsetzung durch Organist Matthias Heßbrüggen ließ keine Wünsche offen, denn Heßbrüggen weiß die Vorzüge der nicht ganz einfach zu handhabenden Hermannsburger Orgel hervorragend in den Vordergrund zu rücken. Er bewies ein untrügliches Gespür für die Besonderheiten der von ihm ausgewählten Stücke. Ein rundum beglückender Konzertabend.

Von Reinald Hanke

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