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Südheide Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg setzt auf Persönlichkeitsbildung
Celler Land Südheide Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg setzt auf Persönlichkeitsbildung
04:06 21.02.2018
Von Carsten Richter
Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

So ist ein umfassendes Thema die Stressbewältigung am Arbeitsplatz. „Die Teilnehmer bekommen eine Basis, um den Herausforderungen des Arbeitsalltags aktiv zu begegnen und auch in Stresssituationen handlungsfähig und gelassen zu bleiben“, sagt Bildungsreferent Christian Makus.

Neben Arbeitnehmern spricht das EBH mit speziellen Angeboten auch junge Leute an, die gerade erst in den Beruf einsteigen. So werden die Hermannsburger Seminarräume auch regelmäßig von Berufsschulen aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich gebucht. „Die Schüler finden hier eine andere Umgebung vor. Es tut gut, an einem ruhigen Ort zu sein, der eine Pause vom Alltag ermöglicht“, erzählt Bildungsreferentin Meike Voß.

Einen hohen Stellenwert nehmen traditionell auch die Bereiche Glaube und geistliche Bildung ein. Ein Kursus zur Seele geht zum Beispiel der Frage nach, ob die moderne Psyche und die Seele des Menschen dasselbe ist. „Auch hier geht es darum, den eigenen Glauben zu finden“, erklärt der Theologische Studienleiter Friedemann Müller. "Das ist ein Thema für Jung und Alt. Ich bin gespannt, wie es angenommen wird.“

Die längste Tradition hat der mehrmonatige Kursus „Moving Times – Zeit für Veränderung“, der sich an 18- bis 25-Jährige wendet und in diesem Jahr noch bis zum 16. März geht. Die Grundidee: 17 Wochen lang mit Gleichaltrigen zusammenleben und dabei seine eigenen Werte stärken, Kompetenzen entwickeln, Entscheidungen zur Berufswahl treffen. „Wir geben dabei nur den Rahmenplan vor. Die Jugendlichen haben mehr und unterschiedlichere Erfahrungen als früher. Sie tauschen sich untereinander aus“, sagt Makus. „Die jeweiligen Erfahrungen gemeinsam vertiefen, ist ein riesiger Gewinn für alle“, ergänzt Müller.

Von Anfang an und seitdem beinahe ununterbrochen ist dieses Angebot fester Bestandteil des EBH. Zum 100-jährigen Bestehen 2019 interessiert Haase und seine Kollegen, was aus den Menschen geworden ist, die Kurse und Seminare besucht haben? „Neben einem Festwochenende planen wir eine umfangreiche Broschüre mit Bildungsbiografien“, so der Geschäftsführer. „Wir möchten wissen, wie nachhaltig wir sind.“

Auch baulich sieht Haase noch Handlungsbedarf. „Wir würden gerne unser Hauptgebäude umbauen. Der Speisesaal müsste außerdem größer werden. Dort planen wir dann auch ein umfangreicheres Speisenangebot.“ Der Umfang der Investitionen hängt allerdings vom Geld ab. Eine regelmäßige Finanzspritze bekommt das EBH vom Land Niedersachsen. Über weitere Unterstützung zum großen Jubiläum würde sich das Team freuen. Immerhin ist die Hermannsburger Einrichtung die älteste evangelische ländliche Heimvolkshochschule Deutschlands.

Lange hat die Hermannsburger Jugendkantorei auf diesen Tag hingearbeitet. Bereits 2016 wurde mit den Proben begonnen, da das Kindermusical „Martin Luther“ von Gerd-Peter Münden und Brigitte Antes eigentlich im Reformationsjahr 2017 zur Aufführung gelangen sollte. Aufgrund von Krankheitsfällen wurde daraus nichts. Am vergangenen Samstag war es nun endlich so weit.

19.02.2018

Nächster Schritt im Fall des Aufrufs zum "Whistleblowing" bei Rheinmetall: Hermann Theisen aus Hirschberg (Baden-Württemberg) hatte gegen den Rüstungskonzern schwerwiegende Vorwürfe erhoben, unter anderem wegen illegaler Waffenexporte, und die Mitarbeiter am Standort Unterlüß zu einer Demonstration aufgerufen. Diese wurde abgesagt, nachdem der Landkreis Celle das Verteilen eines Flugblatts verboten hatte. Dagegen hat Theisen nun Klage vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.

Carsten Richter 17.02.2018

Illegale Rüstungsexporte, Aufbau von Standorten in Krisen- und Kriegsgebieten sowie Korruption bei der Geschäftsanbahnung: Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die Hermann Theisen aus Hirschberg an der Bergstraße (Baden-Württemberg) gegen Rheinmetall erhebt. Er hat alle Mitarbeiter des Rüstungskonzerns zum „Whistleblowing“ aufgefordert. Sie sollen die „illegalen Misstände in der Rüstungsexportpraxis aufdecken“ und die Öffentlichkeit darüber informieren. Rheinmetall-Pressesprecher Oliver Hoffmann wies den Vorwurf illegaler Aktivitäten in aller Deutlichkeit zurück. „Wir respektieren das Recht zur freien Meinungsäußerung und lassen auch kritische Positionen Andersdenkender gelten“, so Hoffmann. „Wir bitten aber um Fairness und verwehren uns entschieden gegen falsche Behauptungen und unsachliche Stimmungsmache.“ Eine für Donnerstag am Standort Unterlüß geplante Demonstration, wo Rheinmetall über 1600 Mitarbeiter hat, wurde abgesagt, nachdem der Landkreis Celle das Verteilen eines Flugblattes verboten hatte. Auf diesem sollte zum „Whistleblowing“ aufgerufen werden.

Christopher Menge 10.02.2018