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Südheide Fall Hüls: Jetzt redet Mutter der entführten Kinder
Celler Land Südheide Fall Hüls: Jetzt redet Mutter der entführten Kinder
10:30 15.06.2011
Axel Hüls hat seine vier Kinder entführt. Quelle: nicht zugewiesen
Hermannsburg

"Ich glaube fest daran, dass sie zurückkommen", sagt Katja Hüls. Die Hermannsburgerin, deren vier Kinder Lisa (4), Miriam (5), Benjamin (6) und Jonas (8) von ihrem Ehemann Axel Hüls entführt wurden ist weiter voller Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Um dem Fall eine breitere Öffentlichkeit zu verschaffen, hat sie sich entschlossen, heute bei der Fernsehsendung stern.tv (RTL, 22.15 Uhr) aufzutreten. Am Wochenende war dafür bereits ein Fernsehteam in Hermannsburg.

Der Fall könnte ab heute auch eine Rolle in den allerhöchsten diplomatischen Kreisen spielen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist bis Donnerstag zu Gast im Sudan. Der Besuch steht zunächst nicht im Zusammenhang mit dem Fall Hüls, sondern der für den 9. Juli geplanten Unabhängigkeit des Südsudans vom Norden. In der nordsudanesischen Hauptstadt Khartum seien Gespräche mit dem Außenminister und dem Vizepräsidenten sowie Vertretern aus Opposition und Zivilgesellschaft geplant.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte aber der CZ, dass Westerwelle den Fall der entführten Kinder aus Hermannsburg kennt. Ob er ein Thema bei den Gesprächen sein wird, konnte sie weder dementieren noch bestätigen.

Unterdessen läuft in Hermannsburg die Spendenaktion der Große Kreuzgemeinde für die Mutter an. Pastor Hans-Heinrich Heine berichtete gestern, dass „der Start sehr gut gelaufen ist.“ Besonders die Gemeindemitglieder haben rege gespendet, so dass laut Heine bereits ein vierstelliger Betrag zusammen gekommen ist.

Axel Hüls, dem die Ermittler eine christlich fundamentalistische Einstellung bescheinigen, hatte die vier Kinder unter einem Vorwand bei seiner von ihm getrennt lebenden Frau abgeholt und war mit ihnen von Hannover nach Hurghada in Ägypten geflogen. Die Ermittler orteten einige Male sein Handy, konnten aber nicht den genauen Standort bestimmen. Von Ägypten reiste der 37-Jährige mit den Kindern am 9. Mai per Schiff in den Sudan. Sein jetziger Aufenthaltsort ist unbekannt. Der Sudan wird vom Auswärtigen Amt in einigen Regionen als sehr gefährlich eingestuft. Besonders Christen sind dort in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Verfolgung geworden.

Von Tore Harmening