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Südheide Faszination Ultimate Frisbee: Hermannsburger in Nationalmannschaft
Celler Land Südheide Faszination Ultimate Frisbee: Hermannsburger in Nationalmannschaft
08:13 27.04.2016
Hermannsburg

Neele Schröder (14), Saskia Salwik (14), Justin Wollny (13) und Jonathan Meyer-Bothling (14) sind die vier neuen Nationalspieler aus dem Landkreis Celle. Im vergangenen Oktober fanden wie jedes Jahr die sogenannten „Try-Outs“ statt, ein Trainingslager, zu dem jeder Spieler mit vorheriger Anmeldung kommen kann. Dort findet dann eine Vorauswahl statt. Die Spieler, die es in diese erste Auswahl schaffen, haben dann die Möglichkeit, sich bei einem weiteren Auswahllager zu beweisen. In den Osterferien hatten die vier Hermannsburger Spieler diese Chance und sie haben sie genutzt.

„Für uns bedeutet das jetzt, einmal im Monat zu einem Trainingslager zu fahren und im Heim-Training 110 Prozent zu geben. Außerdem versuchen wir, uns neben dem wöchentlichen Training noch fitter zu machen, vor allem was das Werfen angeht“, erzählt Jonathan Meyer-Bothling. Er ist über die AG des Christian-Gymnasiums Hermannsburg zum Ultimate Frisbee gekommen, das der sportbegeisterte Schüler nun seit zweieinhalb Jahren betreibt. Neben dem Spaß am Sport gefällt ihm das nette Beisammensein, insbesondere bei Turnieren. „Durch den Sport sind sehr gute Freundschaften entstanden. Was das Ganze noch so toll macht, ist der „Spirit of the Game“, die Fairness beim Spiel, die bei jedem Turnier auch mit einem extra Preis geehrt wird.“

Ultimate Frisbee ist ein sogenanntes Endzonenspiel, bei dem nur in eben dieser Endzone die Punkte erzielt werden können. Bei den Jugendlichen spielen immer fünf Spieler in einer Mannschaft. Einen Punkt gibt es, wenn die Scheibe in der Endzone der gegnerischen Mannschaft gefangen wird. Dabei müssen die Spieler weite Laufstrecken absolvieren, um das Frisbee vor dem Gegner zu fangen und zu schützen. Gerade bei den Spielen, die draußen stattfinden, spielen auch die äußeren Einflüsse eine große Rolle. Selbst der konstante, aber nicht allzu starke Wind, der an diesem Nachmittag auf dem Hermannsburger Sportplatz weht, nimmt bereits Einfluss auf die Flugbahn der Scheibe und auch die tief stehende Sonne sorgt für nicht allzu einfache Bedingungen.

Eine weitere Besonderheit von Ultimate Frisbee ist, dass es keinen Schiedsrichter gibt. Regelverletzungen werden von den Spielern angesagt und auf dem Platz geklärt. Saskia Salwik ist ebenfalls seit zweieinhalb Jahren Ultimate-Spielerin. „Es ist selten so, dass sich Freunde oder Verwandte etwas unter Ultimate Frisbee vorstellen können“, erzählt die Schülerin. „Die erste Assoziation, die viele Leute mit dem Wort Frisbee verbinden, ist mit einer Frisbeescheibe hin- und herzuwerfen. Wenn ich also erzähle, dass ich Ultimate Frisbee spiele, gibt es oft fragende Gesichter.“

Justin Wollny aus Müden ist durch seine Schwester für den Sport begeistert worden. „Da meine Schwester auf dem Gymnasium die AG Ultimate Frisbee genommen hatte, haben wir zu Hause viel mit der Frisbeescheibe gespielt. Als ich dann auch aufs Gymnasium kam, war mir klar, dass ich auch diese AG wählen werde.“ An erster Stelle stehen für ihn Fairness und Teamgeist, aber auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen. „Es macht Spaß, dass man viele Leute auf den Turnieren kennenlernt. Dann ist da noch der Ehrgeiz, immer weiterzukommen und zu kämpfen.“

Wie alle anderen Ultimate-Spieler stößt auch Wollny hier und da auf Unverständnis ob der ungewöhnlichen Sportart. „Viele kennen diesen Sport nicht und fragen, wie man Ultimate Frisbee spielt. Wenn die Leute keine Erfahrung mit der Sportart haben, ist es umso schwerer, es ihnen zu verdeutlichen. Außerdem gibt es viele Regeln, die man kennen sollte, genauso die Handzeichen, wenn man in ganz Europa spielt. Manche Leute sagen sogar, dass dieser Sport ja langweilig sei.“

Wer die Hermannsburger Mannschaft, die „Äitschbees“, die von Sascha Wambutt trainiert wird, einmal in Aktion gesehen hat, wird schnell eines Besseren belehrt, denn Langeweile kommt bei der rasanten Sportart gewiss nicht auf.

Das weiß auch Neele Schröder, die vierte Spielerin aus Hermannsburg, die es ins Nationalteam geschafft hat. „Es kann auf jeden Fall nicht schaden, wenn man schnell sprinten und hoch springen kann und auch Ausdauer sollte man haben. Das kann man jedoch alles trainieren. Ganz wichtig sind Selbstbeherrschung und Fairness.“

Von Stefanie Franke