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Südheide Gefahr durch Wild in Unterlüß
Celler Land Südheide Gefahr durch Wild in Unterlüß
16:54 16.03.2012
Direkt vor der Wohnung von Wolfgang Mielke haben die Wildschweine den Boden umgepfl¸gt Quelle: Udo Genth
Unterlüß

UNTERLÜSS. Fünf Steckdosennasen guckten Wolfgang Mielke neulich entgegen, als er neulich am frühen Morgen vor seine Wohnung an der Berliner Straße trat. „Es war eine Bache mit Frischlingen“, berichtet der 79-Jährige. „Ich habe mich ganz schön erschrocken.“

Die Situation ging gut aus. Lediglich der gesamte Rasenbereich wurde von den Tieren umgepflügt. Doch die Begegnung mit einem Muttertier kann auch anders verlaufen, denn wenn eine „Bache mit Frischlingen sich bedroht fühlt, greift sie an“, sagt Kreisjägermeister Hans Knoop.

Das Wild kommt offenbar immer stärker in den Ort. Die Begegnung mit dem Menschen verlaufen dabei nicht immer so unproblematisch. So berichtet das Gemeinderatsmitglied Hans Karl Haak (SPD), dass ihm bereits auf der Müdener Straße ein Wildschwein ins Auto gelaufen ist. Lutz Zschiesche (FÜR Unterlüß) meint, dass „wir bei der Situation an einer Grenze angelangt sind. Das Wild verliert immer mehr die Scheu.“ Auch Heinfried Meyer (CDU) sieht „inzwischen einen untragbaren Zustand.“ Allerdings könne man auch nicht um ganz Unterlüß einen Zaun ziehen, meint Meyer.

Ein Elektrozaun am Waldrand ist nach Einschätzung von Kreisjägermeister Knoop das effektivste Mittel, um die Tiere fernzuhalten. Denn einfach jagen geht in Unterlüß nicht. Bebautes Gebiet ist ein „befriedeter Bezirk“. „Es ist auch sehr gefährlich dort zu jagen, weil eine Kugel schnell verschlagen kann“, sagt Kreisjägermeister Knoop. Er rät Hausbesitzern auch, besonders das Füttern zu vermeiden und Komposthaufen so zu verschließen, dass die Tiere sie nicht erreichen können. „Dadurch werden sie angezogen und so beginnen meist die Probleme“, so Knoop.

Doch alleine damit werden die Tiere, die sich einmal in das Gebiet getraut haben, wohl nicht mehr verschwinden. Es stellt sich die Frage, ob nicht doch Abschreckung durch Jagd erzeugt werden muss? Laut Kreisrat Michael Cordioli ist das bei Gefahr im Verzug möglich. Nach seiner Erkenntnis sind die Gemeinde Unterlüß und das Forstamt in Unterlüß bereits im Gespräch über das Thema.

Tore Harmening

Von Tore Harmening