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Südheide Gelungener Abschluss von „Bach meets Luther today“ in Hermannsburg
Celler Land Südheide Gelungener Abschluss von „Bach meets Luther today“ in Hermannsburg
11:42 13.11.2017
Hermannsburg

Zu diesem Zyklus haben sich die drei bis vor geraumer Zeit nicht immer harmonierenden und recht unterschiedlichen evangelischen Gemeinden der Großen und der Kleinen Kreuzkirche und der Kirche St. Peter-und-Paul sowie die beiden Kirchenmusiker vor Ort zusammengetan und in beeindruckender Harmonie Reformation im Sinne eines gemeinsamen Aufbruchs oder, wie es im Programm heißt, „fröhlichen Umkehr“ vorgelebt. Und die Musik Bachs war sozusagen das einheitsstiftende Element des Ganzen. Da Luther sozusagen als Ermöglicher der neuen Kirchenmusik und Schöpfer des Gemeindegesangs für Bach den Boden bereitet hat, darum war das Motto dieser Veranstaltungsreihe außerordentlich sinnfällig. Nur eines störte doch sehr: Die platte englische Werbesprache des Mottos. Hätte man nicht um die Kompetenz der Verantwortlichen gewusst, so hätte man leicht abgeschreckt sein können von der Wortwahl dieses Mottos.

Die Veranstaltungen selbst versuchten auf unterschiedliche Weise die so enge Verwandtschaft von Bachs Musik, evangelischer Theologie und gelebtem Glauben zu thematisieren. Mal stand die Musik mehr im Zentrum, nämlich dann, wenn Hans-Jürgen Doormann die Stücke Bachs in ihrer Struktur, aber eben auch mit ihrem theologischen Hintergrund erläuterte und die Stücke dann von ihm oder seiner Kollegin Dorothee Räbiger auf den so unterschiedlich klingen Hermannsburger Orgeln gespielt wurden.

An anderen Abenden oder Vormittagen, so auch am Abschlusstag, ging es mehr um die Theologie und ihre Bedeutung im heutigen Alltag. Dass der Gemeindegesang ganz im Sinne Luthers quasi nebenher auch noch eine große Rolle spielen würde, war zwar nicht selbstverständlich, aber in Anbetracht der sangesfreudigen Hermannsburger kein Wunder. Insgesamt kann diese Reihe als eine sehr gelungene Sache angesehen werden, die vermuten lässt, dass derartige kirchenübergreifende Zusammenarbeit in Zukunft häufiger solch schöne Früchte zeigen wird.

Von Reinald Hanke