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Südheide Genug gefressen: Hermannsburger Igelkinder ausgewildert
Celler Land Südheide Genug gefressen: Hermannsburger Igelkinder ausgewildert
17:14 24.11.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte die 52-Jährige, die als Sozialpsychologin beim Onkologischen Forum Celle arbeitet, zwei Igelkinder ausgewildert. "Beide hatten die Grenze von 600 Gramm überschritten, die ausschlaggebend ist, dass sie kräftemäßig durch den Winter kommen", erzählt Czekay, die im Dickicht von Hecken und Bäumen Igelquartiere mit Zweigen und Laub vorbereitet hatte. Abends wurden die Tiere weiterhin mit Katzen- und Igelfutter, Haferflocken sowie ein wenig Öl und dazu immer frischem Wasser versorgt.

"Bei einer morgendlichen Kontrolle, ob die Igel gefressen haben, entdeckte ich durch Zufall, dass der eine Igel ziemlich versteckt im Maschendrahtzaum zu den Nachbarn feststeckte und sich nicht mehr bewegte. "Ich habe ihn dann freigeschnitten, aber er bewegte sich nicht mehr", berichtet die Ersatzmutter, die den Igel mit ins Haus nahm. Mit einer Wärmflasche wurde das Igelkind in einem Handtuch eingepackt – und nach einigen Minuten begann das Näschen wahrscheinlich, den bekannten Geruch vom Haus zu erschnuppern. "Als er auch begann auf Streicheln zu reagieren beschloss ich, ihn zu dem zurückgebliebenen Igelkind zu setzen", erzählt die Tierfreundin. "Zwei Stunden später machte der Igel aber so einen Lärm und kletterte in seiner Unterbringung herum, dass ich beschloss, ihn wieder nach draußen zu setzen."

Schließlich erreichte dann auch das dritte Igelkind, das zunächst noch im Haus bleiben musste, ein Gewicht von 640 Gramm, doch das Wetter war zu schlecht, um das Tier auszuwildern. So blieb er drei Tage länger im warmen Haus und legte noch einmal richtig zu. 715 Gramm wog der Wonneproppen, als ihn Czekay und ihr Patenkind Ida Heine in die Freiheit entließen. Die Zehnjährige liebt Tiere und die Natur. "Die intensive Begegnung mit den Igeln, die Versorgung mit Medikamenten, die Gewichtskontrollen, Futter vorbereiten, die Streicheleinheiten und schließlich die Auswilderung waren für sie ein kostbares Erlebnis", sagt Czekay. Ida ist jetzt bestens gewappnet, selbst einmal untergewichtige Igelkinder aufzupäppeln.