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Südheide Hand in Hand: Hermannsburger Studenten und Flüchtlinge profitieren von Projekt
Celler Land Südheide Hand in Hand: Hermannsburger Studenten und Flüchtlinge profitieren von Projekt
17:30 30.05.2018
Von Christopher Menge
Mit einer Fahrradwerkstatt (oben) - hier gibt Serge Recke einem Flüchtling Tipps - begann das erste Projekt. Beim Mutter-Kind-Café stehen auch Unternehmungen auf dem Programm. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

"Vor dem Projekt habe ich das Berufsfeld gar nicht auf dem Schirm gehabt", erzählt Nils Singer, der an der FIT "Missionswissenschaft und internationale Diakonie" auf Bachelor studiert. In seinem Praxissemester engagiert er sich derzeit in der Flüchtlingsarbeit in Berlin. Sein "Türöffner" war das Projekt "Angebote für UmA", das er organisiert. UmA steht für unbegleitete minderjährige Ausländer, die nach Deutschland geflüchtet sind.

"Die Idee eines offenen Treffs im Fiesta wurde nicht mehr angenommen", erzählt Singer. "Daher mussten wir umdenken." Gemeinsam mit Metallbaumeister Serge Recke startete der Student daher das Projekt im April 2016 mit einer Fahrrad-Werkstatt. Schließlich waren die Drahtesel der Flüchtlinge alles andere als verkehrssicher.

Es war ein gelungener Auftakt, um mit den Jugendlichen über eine gemeinsame Aktivität ins Gespräch zu kommen, zu ihnen Kontakt aufzubauen und sie an handwerkliche Tätigkeiten heranzuführen. Im weiteren Verlauf wurden den Jugendlichen in lockerer Abfolge weitere handwerkliche Aktionen wie zum Beispiel das Herstellen von Feuerkörben, Grillrosten und Stockbrotstäben angeboten. Die selbst angefertigten Utensilien wurden bei einem gemeinsamen Grillabend eingeweiht.

Im Juni 2017 initiierte Singer schließlich ein gemeinsames Kunstprojekt mit Schülern des Hermannsburger Christian-Gymnasiums. Die 16 Schüler kamen dabei sowohl aus Regel- als auch aus Sprinter-Klassen für geflüchtete Kinder. Aus dem Kreis der "UmAs" wirkte allerdings kein Jugendlicher an dem Kunstprojekt mit, das in Kürze abgeschlossen werden soll.

"Was ich durch die Flüchtlingswelle gelernt habe, ist zuzuhören", sagt Singer. "Man muss auf die Bedürfnisse eingehen. Das Projekt sei daher nicht nur für seine Berufswahl wertvoll gewesen, sondern auch um die Studieninhalte kritisch zu reflektieren.

Dies war und ist auch beim zweiten Projekt, dem "Mutter-Kind-Café", ein positiver Aspekt. Das Angebot richtet sich an in Hermannsburg lebende Frauen und Kinder mit Migrationshintergrund. Es wurde von der inzwischen graduierten Bachelor-Studentin der FIT, Rebekka Maina, geplant, organisiert und auch in wesentlichen Anteilen umgesetzt. Seit August 2016 hat Evet Bebawy aus Ägypten, die ebenfalls an der FIT studiert und das Projekt von Anfang an unterstützt und begleitet hat, die Leitung übernommen.

Unterstützt wurden und werden die beiden Studentinnen in wechselnder Besetzung von weiteren Studenten aus China, Finnland, Nigeria, Kenia und Kamerun, von Mitarbeitern des ASF sowie von der ehemaligen Lehrerin Ulrike Doormann.

Nachdem die Sprachgrundlagen gelegt waren, konnte das Spektrum der gemeinsamen Aktivitäten erweitert werden. Es wurde nach Rezepten der teilnehmenden Frauen gekocht, gegessen und gebastelt. Die Frauen nutzen die Treffen inzwischen nicht nur dazu, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch, um alltagsrelevante Themen, die sie beschäftigen oder gar belasten, zu besprechen. "Kleine Momente können hier hier viel bewegen", sagt Evet Bebawy.

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