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Südheide Handwerkermarkt in Hermannsburg zeigt Berufe im Wandel
Celler Land Südheide Handwerkermarkt in Hermannsburg zeigt Berufe im Wandel
18:10 18.09.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

Beide Konstrukte – Gemeinschaftsarbeiten des „Handwerker-Stammtischs“ – erwiesen sich als Hingucker dieser Veranstaltung, an der 21 Firmen beteiligt waren. An deren Informationsständen wiederum gab es allerhand Wissenswertes über die jeweiligen Lehrberufe und deren Entwicklung zu erfahren.

Die Älteren lobten den technischen Fortschritt, etwa durch computergesteuertes Sägen, während sie zugleich vom traditionellen Handwerk schwärmten, das hier und da auch heute noch unverzichtbar ist. So konnte man Caspar von Bothmer beispielsweise zwischen Esse und Amboss bei der Herstellung handgeschmiedeter Zimmermannsnägel zusehen, wie man sie etwa für die Renovierung historischen Fachwerks benötigt.

Die Junghandwerker wiederum erzählten stolz von ihrem Traumberuf, in den sie sich und ihre Ideen einbringen können und sogar sollen. Tischlerlehrling Jan-Hermann Lange zum Beispiel, der in der Werkstatt seines Vaters quasi „zwischen Sägespänen und Hobelabfall aufgewachsen“ ist und später mal „als Möbeltischler individuelle Kundenwünsche umsetzen“ möchte. Oder der angehende Landschaftsgärtner Tim Rißmann, der in Parks und Gärten, auf Spielplätzen und in Freizeitanlagen „der Natur zeigen“ möchte, „wo's lang geht“, und den individuellen Lieblingspflanzen der Kunden dabei den besten Platz anbieten möchte. Oder Jonathan Schulz, der sich als Anlagenmechaniker gleichermaßen mit Technik und Gestaltung befassen muss und den vom Badezimmer bis zur Arztpraxis ein breites Betätigungsfeld erwartet.

Dass bei alldem heute kaum noch wie in früheren Jahren mit Millimeterpapier gearbeitet, sondern zunehmend mit und am Computer geplant und entworfen wird, war überall zu erfahren. Was aber nicht daran vorbei führt, dass auch heute noch jeder Lehrling brav sein Berichtsheft führen muss. „Ohne Computer“, sagt augenzwinkernd ein frisch gebackener Rentner seiner Zunft.

Von Rolf-Dieter Diehl