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Südheide Hat der Wolf in Hermannsburg gejagt?
Celler Land Südheide Hat der Wolf in Hermannsburg gejagt?
12:29 24.10.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Dorit Rabe
Hermannsburg

In der vergangenen Woche war ein Reh auf der Weide an der Straße "Zur Kalten Kirche" gerissen worden. Wolfsberater Volkhard Pohlmann hat das Tier untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: "Ein Wolf hat das Reh gerissen." Dafür spricht nicht nur der Kehlbiss, sondern auch die Fährte, die das Tier im angrenzenden Maisfeld hinterlassen hat.

"Dass ein Wolf ein Reh frisst, ist normal", sagt Pohlmann. "Er holt sie sich da, wo sie sind." Und genau das macht den Hermannsburgern Sorge. "Der Riss war 10 bis 15 Meter von meinem Küchenfenster entfernt", berichtet Erich Johannes. "Die Gefährdung ist da. Das kann man nicht ignorieren." Der 70-Jährige sorgt sich besonders um seine beiden Enkelkinder, die fünf und sieben Jahre alt sind. "Ob der Wolf nun ein Reh, Schaf oder Kind erwischt ...", sagt der Hermannsburger.

Er hat sich an den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gewandt. "Ich habe ihn gefragt, wie man sich verhalten soll, wenn ein Wolf vor der Haustür unterwegs ist und was die Politik zu tun gedenkt", sagt Johannes. "Der Grünstreifen führt direkt zum Schulweg über die Wehrstegbrücke", sagt er. "Altenheim und Hotel sind in Luftlinie nur 400 bis 500 Meter entfernt."

Wie Dorit Rabe, Schriftführerin des Hegerings Hermannsburg-Müden, berichtet, hatte ein Hobbyschäfer, der seine Schafe auf die Weide an der Straße "Zur Kalten Kirche" brachte, das gerissene Reh gefunden. Dem Tier fehlte ein Lauscher, die Keulen waren gefressen. Zudem war ein Kehlbiss zu erkennen. Wolfsberater Pohlmann nahm DNA-Proben. Es wird vermutlich mehrere Wochen dauern, bis das Ergebnis vorliegt. "Der Fundort ist auch der Rissort", sagt Rabe.

Rainer Vogeler, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Südheide, kann die Ängste der Anwohner verstehen. "So lange das Land die Gesetzgebung nicht ändert, haben wir aber keine Möglichkeit, zu reagieren", so Vogeler.

Eine Antwort von Wenzel auf das Schreiben von Erich Johannes steht noch aus...