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Südheide Hei(de)land Games in Hermannsburg: Kräftemessen im Kilt
Celler Land Südheide Hei(de)land Games in Hermannsburg: Kräftemessen im Kilt
17:54 05.06.2017
Bei den Hei(de)land Games in Hermannsburg durfte das klassische Tauziehen, genannt "Tug-o-War", nicht fehlen. Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

Die Hei(de)land Games – das ist ein sportliches Kräftemessen nach dem Vorbild der traditionellen schottischen Highland Games. Insgesamt elf Disziplinen gilt es an dem Wochenende zu absolvieren. So auch das „Barrel Rolls“, bei dem das Team „Fuchsbau 03 & Friends“ gerade dabei ist, ein großes Holzfass über eine vorgegebene Distanz durch die Wettkampfarena zu befördern. So schwierig sieht es eigentlich gar nicht aus – trotzdem sind die Hermannsburger hinterher schweißgebadet. „Das Fass ist mit Split gefüllt und dadurch ziemlich schwer“, erklärt Frank Ahrens vom Hermannsburger Verein Schottentag, der die Hei(de)land Games nun schon seit 2012 veranstaltet. „Außerdem hat es Unwuchten. Es lässt sich also nicht so locker rollen, wie es vielleicht den Anschein hat.“

Abgesehen vom „Tug-o-War“, dem klassischen schottischen Tauziehen, bei dem alle 16 Mannschaften als Höhepunkt des jeweiligen Wettkampf-Tages im KO-System gegen einander antreten, können die Teams selber bestimmen, in welcher Reihenfolge sie die verschiedenen Disziplinen absolvieren möchten. Ein Kampfrichter wartet an jeder Station, um die Zeit zu stoppen und die erzielten Punkte zu notieren. „Ich mache jetzt zum fünften Mal beim Kampfgericht mit“, berichtet Manfred Huchler. „Unser Sohn lebt in Hermannsburg, der hat mich auf den Geschmack gebracht.“ Huchler ist stolz darauf, dass er fast alle Disziplinen der Hei(de)land Games schon einmal selbst ausprobiert hat: „Ich kann doch sonst gar nicht nachvollziehen, was die Teams da eigentlich leisten.“

Was denn die besondere Schwierigkeit bei „Tossing the Caber“ sei, will Zuschauerin Petra Schwabauer vom Kampfrichter wissen. Die Hildesheimerin ist fasziniert von dieser Disziplin, dem sogenannten „Baumstamm-Überschlag“. Nur wer es schaffe, dass sein Stamm in der Luft einen Looping mache und anschließend möglichst senkrecht vor ihm lande, könne gewinnen, erläutert Huchler. „Es gibt Experten, die schaffen das jedes Mal.“

Besucherin Barbara Sinofzik ist vor allem vom Rahmenprogramm der Hei(de)land Games begeistert. Rund um das Battlefield warten an diesem Wochenende nämlich nicht nur schottischer Speis und Trank, sondern auch musikalische Leckerbissen. Neben Publikumsmagneten wie „The Keltics“ und der schottischen Band-Größe „Skipinnish“, die am Freitag- und Samstagabend den Zuhörern ordentlich einheizten, sind auch Folksänger Andrew Gordon und die „Owl Town Pipes & Drums“ mit ihren Dudelsäcken im Örtzepark zu hören. „Die Dudelsack-Musik, die mag ich“, sagt Wunstorferin Sinofzik. „Das ist genau mein Ding.“Klaus Kalmutzke dagegen, der sein Zelt im altertümlichen „Clan Village“ aufgeschlagen hat, ist Fan der leisen Töne. „Ich bin ein traditioneller Typ“, verrät er. „Mir gefällt Folkrock wie der von Andrew Gordon.“

„Wir sind mit einem Infozelt zum Clan MacLeod hier“, erzählt Regina Löchel. Sie und ihr Mann sind begeisterte Schottland-Fans: „Die Menschen dort sind so nett, so gastfreundlich.“ Nach zahlreichen Schottland-Reisen ist Löchel zu Hause auf die Clan-McLeod-Gesellschaft Deutschland gestoßen – und heute deren Präsidentin. „Wir informieren Interessierte über Schottland und den Clan. Wir helfen aber auch bei der Ahnenforschung, wenn jemand schottische Vorfahren in der Familie hat.“ Löchel ist voll des Lobes über die Veranstaltung: „Die tolle Organisation, die Örtlichkeiten – einfach traumhaft.“

Uwe de Klark vom Hermannsburger Schottentag zieht ebenfalls positive Bilanz: „Die Begeisterung unter den Besuchern war spürbar. Wir hatten einfach eine tolle Mischung aus sportlichem Wettkampf und buntem Rahmenprogramm – da war für jeden was dabei.“ Gewonnen haben die sechsten Hei(de)land Games schließlich die „Walhalla Warriors“ aus Meißendorf. „Die zeigen jedes Jahr aber auch richtig viel Ehrgeiz“, sagt de Klark.

Von Christina Matthies