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Südheide Hermannsburgerin päppelt drei Igelkinder auf
Celler Land Südheide Hermannsburgerin päppelt drei Igelkinder auf
17:10 31.10.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

In ihrem Garten hatte sie die drei Igelkinder entdeckt. "Die sahen richtig lütsch aus", sagt Czekay. Der leichteste wog gerade einmal 267 Gramm. Die Hermannsburgerin rief daher im Igelhaus Laatzen an. "Die haben mir gesagt, dass die Igel mindestens 400 Gramm hätten haben müssen", so Czekay. "Da sie keine Tiere mehr aufnehmen konnten, haben sie gefragt, ob ich mir zutraue, die Igel aufzupäppeln."

Los ging es: Das Igelhaus schickte kostenfrei Medikamente und Anleitungen zur Pflege, in der Hermannsburger Tierarztpraxis Gauglitz wurden die Igel entfloht, und Nachbarn sowie Freunde versorgten Czekay mit Kartons und alten Zeitungen. "Man braucht Kartons ohne Ende", erzählt die Ersatzmutter lachend, "die Igel fressen sich durch, um spazieren zu gehen."

Gefüttert werden die Tiere mit Igel- und Katzenfutter. "Das gibt es in jedem Zooladen", sagt Czekay, die andere Menschen ermutigen möchte, zu schwache Igel zu unterstützen. "Da es immer weniger Insekten gibt, fehlt den Igeln die Nahrungsgrundlage", sagt sie. "Wenn jemand einen kleinen Igel sieht, sollte er mutig sein, die pieken nicht doll."

Ihre Igelkinder haben wohl auch noch ein Geschwisterchen, wie die Tierfreundin am Sonntag festgestellt hat. "Der Igel hat aber 446 Gramm gewogen – der findet draußen genug", sagt Czekay. Zumal sie draußen auch Futter bereit gestellt hat. "Das Kind und die Mutter sollen noch ordentlich Energie für den Winterschlaf tanken", sagt die Hermannsburgerin, die von ihrem Mann unterstützt wird.

Ihr Labrador Buddy ist dagegen wenig begeistert von dem Familienzuwachs. "Er ist ziemlich eifersüchtig", erzählt Czekay. Bis Ende November muss er mit den Igeln noch unter einem Dach leben. Dann sollen die stacheligen Tiere genügend wiegen, um den Winter in der Natur zu überstehen.