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Südheide Historiker forscht zu KZ-Außenlager Tannenberg bei Unterlüß
Celler Land Südheide Historiker forscht zu KZ-Außenlager Tannenberg bei Unterlüß
16:38 02.03.2018
Von Christopher Menge
Quelle: US Luftbild 1945
Unterlüß

UNTERLÜSS. „Die Wegbeschreibungen der angrenzenden Wanderwege des Naturparks Südheide weisen zwar auf die Schönheit der Heidelandschaft hin – verschweigen indessen jedoch die Geschichte des Lagers“, kritisiert Altmann in seinem Blog zur Heimatgeschichte im Landkreis Celle. Die Überlebende Valerie Jakober-Furth gab an, dass von den 500 Frauen, die das Lager am 13. April 1945 verließen, etwa 300 in Bergen-Belsen starben. Der Rest wurde von den britischen Truppen befreit.

„Das ganze Dritte Reich war von Zwangsarbeitslagern überzogen“, berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Bernd Horstmann. „KZ-Häftlinge waren die niedrigste Stufe, sie wurden am schlechtesten behandelt und ernährt – sie waren austauschbar.“ Horstmann hat sich vor gut zehn Jahren mit der Geschichte der Außenlager des KZ Bergen-Belsen beschäftigt. Neben Unterlüß gab es auch eines in Ovelgönne und für sechs Wochen eines in Bomlitz. Derzeit werde zu diesem Schwerpunkt nicht geforscht, daher begrüßt Horstmann die Arbeit von Altmann besonders.

„Die Frauen waren in der Munitionsfabrikation der Firma Rheinmetall in Unterlüß eingesetzt“, schreibt Altmann. „Darüber hinaus wurden Forstarbeiten verrichtet und Straßen gebaut.“ Ein besonderes Augenmerk legt der Historiker auf die schlechte Behandlung der Frauen durch die Lagerkommandanten und die SS-Aufseherinnen. Und: „Auch wenn das Lager Tannenberg im Wald bei Altensothrieth recht abgelegen war, wusste die Unterlüßer Bevölkerung vom KZ-Außenlager“, sagt Altmann. „Insbesondere beim täglichen Marsch durch das Dorf zur Munitionsfabrik nahm die Bevölkerung wahr, dass die Frauen KZ-Kleidung trugen und geschorenes Haar hatten.“

Das Lager Tannenberg war im Juli 2013 für kurze Zeit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Cellesche Zeitung berichtete von einem Brief von Edith Balas, die als 15-Jährige in das Frauenlager im Unterlüßer Wald kam. „Ich hoffe, dass unsere gemeinsame Vergangenheit nicht in Vergessenheitgerät und dass Sie unsere Geschichte auch an künftige Generationen weitergeben“, schrieb die Überlebende an Bürgermeister Kurt Wilks, Pastor Wilfried Manneke und den Unterlüßer Historiker Peter Heine.

Altmann fragt sich, warum von der Gemeindeverwaltung nicht längst etwas unternommen wurde, um auf das ehemalige KZ-Außenlager Tannenberg hinzuweisen. Axel Flader, Bürgermeister der heutigen Gemeinde Südheide, sieht hier die Verwaltung aber. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des alles beherrschenden Themas der Fusion wurden seinerzeit keine weiteren Überlegungen seitens der Gemeinde Unterlüß angestellt“, sagt Flader, „Da es – geschichtlich gesehen – mehrere Sachverhalte in Unterlüß aufzuarbeiten gäbe, kann es nur als Aufgabe des Landes gesehen werden, die Sachverhalte zu ordnen, in einen geschichtlichen Kontext zu stellen und eine Gewichtung der Themen vorzunehmen.“

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