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Südheide Historischen Ofen selbst gebaut
Celler Land Südheide Historischen Ofen selbst gebaut
17:00 13.08.2010
Gemeinsam freuen sich Helga und Wilhelm Hiestermann über den "neuen" Backofen Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

„Ich bin ein Weesener Kind“, charakterisiert sich Wilhelm Hiestermann selbst. Seinerzeit im Mai 1939 hat ihm „Mutter Griebsch“, die örtliche Hebamme, auf die Welt geholfen. Zur Schule ist Hiestermann ebenfalls in Weesen gegangen, das Maurerhandwerk hat er dann im benachbarten Hermannsburg gelernt. Der damalige Weesener Bürgermeister riet ihm, doch in dem Dorf eine Kneipe aufzumachen, erinnert sich Hiestermann. Die Anregung leuchtete dem jungen Maurer ein, so dass er als Erstes 1962 begann, ein Haus zu bauen. Nach zweijähriger Bauzeit war es fertig und Hiestermann zog ein. Nochmals zwei Jahre später eröffnete er darin das Restaurant „Im Wiesengrund“.

In seiner Nachbarschaft stand ein Lehm-Backofen aus dem 17. Jahrhundert. Den hatten die Naturfreunde Weesen wieder in Funktion gesetzt und backten darin Kuchen. Wilhelm Hiestermann erkannte schnell, dass dieser historische Ofen von Grund auf erneuert werden musste und griff bald darauf zur Kelle. Das war 1998, und die nächsten fünf Jahre mauerte Hiestermann nicht nur den Ofen, sondern versah ihn mit einigen kleinen Verbesserungen. So legte er eine Asche-Rutsche an, die der Sauberkeit diente und baute einen Sensor ein, der über ein Thermometer stets die korrekte Temperatur im Ofen anzeigte. Um das Ganze baute Hiestermann ein kleines Haus im Heidjer-Stil. Bei allen Arbeiten half Ehefrau Helga tatkräftig mit. „Ohne meine Frau hätte ich das gar nicht geschafft“, sagt Wilhelm Hiestermann.

Im Jahr 2003 wurde der neue-alte Ofen eröffnet. Seither gibt es das Backfest auf dem Wiesengrund-Hof. Es hat langsam angefangen, aber nun ist der Zuspruch groß. Mit dafür sorgt Bäckermeister Ralf Müller aus Hamburg, der Kuchen und Brote in dem Ofen bäckt.

Von Udo Genth