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Südheide Hund, Pferd und Reiter auf Misselhorner Schleppjagd
Celler Land Südheide Hund, Pferd und Reiter auf Misselhorner Schleppjagd
17:54 19.11.2017
Quelle: Kirsten Glatzer
Misselhorn

Dann ist es so weit: Der Zwinger wird geöffnet, die Vierbeiner stürmen hinaus. Eine Schleppjagd in der Heidelandschaft ist für alle Beteiligten, ob Hund, Reiter oder Pferd, ein echtes Highlight. Die Bläsergruppe St. Mauritius Ebstorf gibt das Signal zum Aufbruch, die ersten drei Reiter machen sich auf den Weg, um die Schleppe zu legen, eine Anis-Lösung, die aus einem am Sattel befestigten Behälter tropft. Zwei, drei Minuten Vorsprung haben sie, dann hetzt mit viel Geläut – so der Fachausdruck für das lautstarke Gebell – die Meute der Spur hinterher, dicht gefolgt von Master Egbert von Schultzendorff mit den Pikören. Ihre Aufgabe ist es, die Hunde zu dirigieren.

Dann kommt das springende Feld, jene Pferde, die mit ihren Reitern alle auf der Strecke aufgebauten Hindernisse nehmen. So mancher Vierbeiner scheint über sich hinauszuwachsen, wagt sich über Hürden, die für ihn allein nicht infrage kämen. Die Gruppendynamik macht es möglich. Das Schlusslicht bildet das nicht springende Feld.

Bei dieser Jagd, bei der es nicht darum geht, Wild nachzustellen und zur Strecke zu bringen, werden nacheinander sieben Schleppen gelegt, denen es zu folgen gilt. Die einzelnen Abschnitte der Jagd werden von Pausen unterbrochen. Das Wetter meint es an diesem Samstag nicht sehr gut mit den Teilnehmern – seit Beginn der Jagd regnet es. Die Stopps werden daraufhin kurz gehalten, um zu vermeiden, dass die „warmgelaufenen“ Pferde gesundheitlichen Schaden nehmen.

Doch trotz des widrigen Wetters und der damit verbundenen schwierigen Bodenverhältnisse sind alle Beteiligten mit Freude und Leidenschaft bei der Sache. Beim abschließenden Halali – für die Zweibeiner gibt es einen Bruch fürs Revers, für die Pferde eine Möhre – ist von allen Reitern zu hören, wie gut es ihnen gefallen hat. Und die Hunde? Die stürzen sich auf ihre „Beute“, das sogenannte Curée. Frischer Rinderpansen, der unter Geknurre und Gezerre verschlungen wird. Streit zwischen den Tieren gibt es dabei nicht. Denn die Haltung in der Meute bewirkt, dass die Tiere auf ihre Artgenossen geprägt und hoch sozialisiert sind.

Hans Mensing, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins, zieht zufrieden Bilanz: „Das Schöne an Schleppjagden ist, dass es nicht darum geht, Erster zu sein. Es ist einfach eine tolle Sache, in einer so großen Gruppe mit der Meute zu reiten. Und am Wichtigsten ist, dass alle Teilnehmer gesund ins Ziel gekommen sind.“

Von Kirsten Glatzer