Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide In Hermannsburg und Unterlüß werden Tagesmütter händeringend gesucht
Celler Land Südheide In Hermannsburg und Unterlüß werden Tagesmütter händeringend gesucht
16:37 30.06.2017
Von Christopher Menge
Blumen zum Abschied: Andrea Stüber bedankt sich bei Adelheid Winkelmann (links) für ihr Engagement. Quelle: Nadine Luchterhand
Hermannsburg

Bis zu fünf Kinder unter drei Jahren wuseln montags bis freitags durch ihr Haus. Liebevoll und verlässlich umsorgt Adelheid Winkelmann die Kleinen. Jedes Kind bringt seine Eigenarten mit, alle Eltern haben ihre Vorstellungen von optimaler Betreuung und brauchen unterschiedliche Betreuungszeiten. "Tagesmutter ist kein Job zum Ausruhen", sagt die 61-jährige Hermannsburgerin mit einem Lächeln. Nach zehn Jahren in dem Beruf geht Winkelmann Ende des Monats in den Ruhestand.

Sie hinterlässt eine Lücke in der Gemeinde Südheide. Da auch noch eine Tagesmutter aus Unterlüß aufhört, gibt es künftig nur noch fünf Frauen, die Kinder zu Hause betreuen. "In Unterlüß haben wir derzeit gar keine Tagesmutter mehr und auch in Hermannsburg besteht Bedarf", sagt Andrea Stüber aus dem Familienbüro der Gemeinde Südheide. "Tagesmütter werden händeringend gesucht."

Zuletzt war die Nachfrage nämlich sogar gestiegen. "Es gab zu wenig Krippenplätze in der Gemeinde", erzählt Stüber. Daher hätten sich noch mehr Eltern eine Tagesmutter gewünscht. Grundsätzlich sei es so, dass sich manche Eltern bewusst für eine Tagesmutter entscheiden, weil die Gruppe mit maximal fünf Kindern kleiner ist; andere wählen die Krippe, weil es da beispielsweise auch eine Vertretungsregelung gibt.

Tagesmütter, die mit einem Qualifizierungskursus auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, dürfen bis zu fünf Kinder zeitgleich betreuen, eigene Kinder werden angerechnet. Das Ausscheiden von Adelheid Winkelmann bedeutet somit den Verlust von fünf Ganztags- beziehungsweise zehn Halbtagsplätzen für die Gemeinde Südheide.

Winkelmann hatte vor zehn Jahren ihren Job als Betriebsleiterin an den Nagel gehängt, um Tagesmutter zu werden. "Ich durfte das machen, was ich immer machen wollte", erzählt sie. Nach einem halbjährigen Kursus, einer schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie der Zustimmung des Jugendamtes wurde ihr Haus schließlich zum geliebten Treffpunkt zum Spielen. "Es ist nicht einfach, immer einen Kinderschwanz hinter sich herzuziehen", sagt Winkelmann, "aber das Schöne ist, dass es einem die Kleinen danken."

Beim Treffen der Tagesmütter bedankte sich Stüber im Namen der Gemeinde Südheide mit einem Blumenstrauß für die langjährige, engagierte Tätigkeit und wünschte Winkelmann für die Zukunft alles Gute. Die Hermannsburgerin möchte in Zukunft mehr Zeit für ihre beiden Enkelkinder haben und mit ihrem Mann noch viele Reisen genießen. Für die Mitarbeiterin des Familienbüros beginnt somt die Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin.