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Südheide Indischer Jesuitenpater tanzt Geschichten in Hermannsburg
Celler Land Südheide Indischer Jesuitenpater tanzt Geschichten in Hermannsburg
17:53 16.10.2016
Hermannsburg

Im Zentrum steht jedoch die eigene Spiritualität. „Ich möchte den Glauben darstellen, den ich selbst erfahren habe", sagte Saju. Er tut das, indem er Geschichten erzählt. Aber nicht mit Worten, sondern mit seinem Körper. In einer Mischung aus Tanz, Pantomime und Yoga-Elementen, in der besonders Arme und Hände sprechen. Mal zum Gebet zusammengelegt, mal als Schutzschild aufgerichtet, mal als Taube flatternd, mal als loderndes Feuer, mal alle menschlichen Sorgen abschüttelnd. Zum besseren Verständnis gab Saju vor den Tänzen eine Einführung in die Bedeutung verschiedener Gesten und Bewegungen. Und all jene, die es genauer wissen und selbst mal ausprobieren wollten, konnten an einem dreitägigen Workshop bei ihm teilnehmen.

In einem Tanz aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu erzählte er zwei biblische Geschichten von Jesus. Wie der einen Blinden sehend macht und wie er einer Ehebrecherin ihre Sünde vergibt. Er imitierte den Blinden, die Frau, und seine Finger bildeten einen summenden Bienenschwarm, der sich am Blütennektar berauscht – Sinnbild für die Bedeutung von Gott und Jesus Christus für die Menschen.

Saju begann bereits als Kind zu tanzen. Später verband er sein Studium der Theologie und Philosophie mit einer professionellen Tanzausbildung. Er wurde mit nationalen und internationalen Preisen für sein tänzerisches Können ausgezeichnet und gastierte auch schon mehrfach in Deutschland. In Hermannsburg war er auf Einladung des Missionswerks, des Bistums Hildesheim und des Kirchlichen Entwicklungsdienstes der evangelisch-lutherischen Kirchen in Braunschweig und Hannover. In Indien betreut Saju verschiedene soziale und Bildungsprojekte, denen die Einnahmen aus seinen Auftritten und Workshops zugute kommen.

Von Sonja Richter