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Südheide Inventur im Fortstamt Unterlüß: "Der Wald ist kein Supermarkt"
Celler Land Südheide Inventur im Fortstamt Unterlüß: "Der Wald ist kein Supermarkt"
16:49 03.07.2017
Von Christopher Menge
Waldinventur-Spezialisten des Niedersächsischen Forstplanungsamtes haben den Mitarbeitern des Forstamtes Unterlüß sowie Forstleuten aus den Landesforsten und des Landwirtschaftsministeriums ihre Ergebnisse präsentiert. Quelle: Niedersächsische Landesforsten
Unterlüß

UNTERLÜSS. "Der Wald ist weder ein Supermarkt, noch ein Industriebetrieb. Dennoch ist auch hier in bestimmten Abständen eine Inventur nötig, um die Planung und den weiteren Betrieb auf eine solide Basis zu stellen“ erklärte Forstamtsleiter Hans-Martin Hauskeller. Aufgrund der großen Fläche, des eher langsamen Wachstums der Wälder und des großen Aufwandes wird eine solche Inventur in den Forstämtern der NLF nur alle zehn Jahre durchgeführt.

Spezialisten waren in den vergangenen Monaten durch die Waldbestände des Forstamtes gelaufen und hatten stichprobenartig in allen Altersklassen und Baumarten-Zusammensetzungen gemessen. Sie erfassten den Holzvorrat, die Waldstruktur, die Verjüngung des Waldes sowie Pflegezustand, Naturschutzaspekte und viele andere Kriterien. Hier wurde den Förstern aus Unterlüß ein gutes Zeugnis für ihre Arbeit der letzten zehn Jahre ausgestellt.

"Unser Holzvorrat ist deutlich gestiegen und wir werden im kommenden Jahrzehnt den jährlichen Einschlag auf gut 80.000 Festmeter (Kubikmeter) anheben können. Zudem ist es durch die Arbeit der Revierförster und Forstwirte gelungen, dass der Nachwuchs von jungem Mischwald zu deutlich strukturreicheren Wäldern geführt hat – häufig mit hohen Eichen- und Buchenanteilen“, sagte Hauskeller, „dabei ist auch der Anteil alter Bäume generell, sowie auch der des ökologisch wertvollen stehenden, starken Totholzes aus Laubbäumen angewachsen.“

Eine nachhaltige Nutzung älterer Bäume geht immer einher mit der Verjüngung der Wälder. "Wir werden jedes Jahr über einhundert Hektar mit jungen Bäumen bepflanzen und – wo möglich und zielgerichtet – die natürliche Ansamung der Waldbäume unterstützen und pflegen“, erklärte der Forstmann. Wichtiges Kriterium ist auch, die zukünftigen Waldbestände in ihren Mischungen langfristig fit für Klimaveränderungen zu machen.

Vor einem Jahr waren bereits Waldbiotop-Kartierer unterwegs gewesen. Sie nahmen die Naturschutz- und FFH-Gebiete in den Landesforsten unter die Lupe.