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Südheide Jugend forscht in Hermannsburg: Milchstraße im Blick
Celler Land Südheide Jugend forscht in Hermannsburg: Milchstraße im Blick
17:26 28.12.2016
Die Montage des Reflektors an das Tragrohrgestell erforderte Präzisionsarbeit und viele helfende Hände. Quelle: Thomas Biedermann
Hermannsburg

Im Jahr 2011 entstand an dem Gymnasium die Jugend-forscht-Arbeit, bei der eine handelsübliche Satellitenschüssel für radioastronomische Messungen umgebaut wurde. Der Startschuss für das Projekt „Radioastronomie“ erfolgte 2012. Zu diesem Zeitpunkt standen bereits drei große Reflektoren bereit, ein Vier-Meter-Spiegel wurde dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie zur Verfügung gestellt, das als Kooperationspartner der Schule das 100-Meter-Radioteleskop in der Eiffel betreibt. Die beiden kleineren Spiegel wurden von der Radioastronomie-AG der Schule in Betrieb genommen.

„Durch Zufall ergab es sich, dass auch für ein großes optisches Teleskop ein Aufstellungsort gesucht wurde“, sagte Biedermann. Um das Unternehmen auf mehrere Schultern zu verteilen, wurde 2015 der Verein „Sternwarte Südheide“ gegründet.

Auf dem Gelände des Sportplatzes der Schule wurde eine Stelle gefunden, an der sowohl das optische Teleskop als auch das Radioteleskop seinen endgültigen Platz finden. Im Sommer wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Eine Schutzhütte für das optische Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 400 Millimetern und ein Betonfundament für das Radioteleskop warteten nun auf ihre neuen „Bewohner“.

Um das Radioteleskop in allen Richtungen bewegen zu können, musste das vorhandene Traggestell durch entsprechende Antriebe und Lager ergänzt werden. Rheinmetall war bereit, die Umbauten an dem vorhandenen Tragrohrgestell zu übernehmen. Nach dem Transport vom Zwischenlagerplatz an der Sporthalle der Schule nach Unterlüß im Sommer dauerte es dann nur noch wenige Monate, bis die Änderungen und Ergänzungen vorgenommen waren. In dieser Zeit wurden viele pfiffige Lösungen für unerwartete Probleme gefunden.

Am 13. Dezember schließlich wurde das umgebaute Tragrohrgestell zum Sportplatz nach Hermannsburg gebracht. Mit einem Kran wurde es millimetergenau auf dem Betonfundament abgesetzt und festgeschraubt. Anschließend wurde der Reflektor an den Tragrahmen montiert. Erst in diesem Augenblick zeigte sich die Präzision der Planung: Nach einigen Stunden war die Anlage aufgebaut.

In den kommenden Monaten müssen die Antriebe getestet und die Hochfrequenz-Empfangsanlage eingebaut werden. Anschließend werden die komplexen Steuerungen der einzelnen Komponenten entwickelt. Dann erst wird es möglich sein, radioastronomische Messungen wie etwa die Beobachtung der Sonnenaktivität oder die Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Milchstraße in Angriff zu nehmen.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt