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Südheide Junge Floßbauer veranstalten Regatta auf dem Lutterbach
Celler Land Südheide Junge Floßbauer veranstalten Regatta auf dem Lutterbach
17:21 26.07.2017
Hermannsburg

Vielleicht hat so mancher kleine Abenteurer, Entdecker oder Forscher schon einmal davon geträumt, durch die Welt zu reisen oder über die Ozeane zu segeln. So wie im richtigen Leben Christoph Columbus, der eigentlich nach Indien wollte, und dabei ganz zufällig Amerika entdeckte. Oder wie Kapitän Efraim Langstrumpf in der Fantasie-Welt, der mit seinem Schiff „Hoppetosse“ auf der „Taka-Tuka-Insel“ landete, die man jedoch auf keiner Weltkarte findet.

Ganz egal, ob Traum oder Wirklichkeit: die neun Kinder und Jugendlichen aus der Gemeinde Südheide, die sich im Rahmen der Ferienpass-Aktion am Donnerstag im Hermannsburger Jugendzentrum zum Floßbauen getroffen hatten, fühlten sich von Beginn an in der Rolle eines Kapitäns. Denn jeder von ihnen baute unter Anregung und Anleitung von Andrej Wilms und Nathalie Holzwarp sein eigenes individuelles kleines Floß.

Dem Ideenreichtum und der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. Nur schwimmen sollte es können. Denn am Tag darauf sollten die Flöße am Lutterbach im Rahmen einer Regatta gegen ein von Kerstin Barsch betreutes Team aus Faßberg antreten und ihre Schwimmtauglichkeit unter Beweis stellen.

Entsprechend engagiert waren die jungen Floßkonstrukteure bei der Sache. Stöckchen aus Weidenästen wurden sorgfältig auf gleiche Länge gebracht und mit Bindfäden miteinander verbunden. Weitere Stöckchen wurden zur Stabilisierung quer von unten befestigt.

Etwas anspruchsvoller und kniffliger gestaltete sich dann das Einsetzen eines Mastes, bei dem die Ferienpass-Kinder schon zu zweit arbeiten musste, um die richtige Standfestigkeit zu erreichen. Als letztes wurde dann das Segel angebracht, mit Bootsnamen wie „King“ oder „Black Pearl“ beschriftet oder mit einem Piraten-Totenkopf bemalt. Weitere Modifikationen blieben der individuellen Fantasie überlassen.

Bevor dann am Freitag die Südheide-Faßberg-Regatta mit den ersten Vorläufen eröffnet wurde, wurden erst einmal die Flöße der „Konkurrenz“ begutachtet und mit dem jeweils eigenen verglichen. Dabei war neben der Frage „Wie hast du das gemacht?“ auch so manch anerkennender Kommentar zu hören.

Und hier und da wurden auch Erfahrungen ausgetauscht über verwendetes Material und angewandte Knoten. Abfällige Bemerkungen wie „Das schwimmt doch nie“ waren hingegen erfreulicherweise nirgendwo zu vernehmen.

Wer am Ende gewonnen hatte, war ebenfalls nur von geringer Bedeutung. Dazu fehlte zwischen einfach strukturierten, segellosen Flößen einerseits und raffiniert gebauten Katamaranen andererseits auch die Chancengleichheit. Nein, bei dieser Regatta stand der gemeinsame Spaß im Vordergrund und die deutlich zum Ausdruck gebrachte Freude, wenn das selbst gebaute Floß nach etwa 50 Metern die Ziellinie erreichte.

Von Rolf-Dieter Diehl