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Südheide Junger Wolf verendet nach Unfall bei Unterlüß
Celler Land Südheide Junger Wolf verendet nach Unfall bei Unterlüß
18:21 05.12.2016
Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde diese junge Wölfin bei Unterlüß. Wolfsberater Arne Riedel schätzt das Alter der Fähe auf etwa sieben Monate.  Quelle: Arne Riedel
Unterlüß

UNTERLÜSS. Die Polizisten informierten den Wolfsberater sowie die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Celle. Wolfsberater Arne Riedel vom Forstamt Unterlüß dokumentierte den Fund des toten Tieres. Nach seiner Einschätzung war die Fähe etwa sieben Monate alt, das Tier stammt also aus einem Wurf aus diesem Jahr. „Es muss aus einem der Stammrudel sein“, sagte er. Ob es aus dem Rudel bei Munster kommt, oder ob es sich um ein Tier aus dem Wietzendorfer Rudel handelt, oder ob es eventuell doch aus einem Unterlüßer Rudel kommt, ist reine Spekulation.

Nach Riedels Angaben waren bei der Untersuchung des Tiers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, Rippenbrüche und ein Beckenbruch festgestellt worden, deutliche Anzeichen, dass die junge Wölfin mit einem Fahrzeug kollidierte.

Das Wietzendorfer Rudel, das erstmals 2015 Nachwuchs hatte, hatte in diesem Jahr laut Wolfsmonitoring seinen Schwerpunkt auf den Truppenübungsplatz Munster Süd verlagert. Hier waren in diesem Jahr mindestens drei Welpen nachgewiesen worden. Beim Rudel Munster, das auf den Übungsplätzen Nord und Süd lebt und auch schon auf dem Rheinmetall-Gelände gesehen wurde, hatte in diesem Jahr mindestens sieben Welpen gegeben. Der Status des Rudels auf dem Schießplatz von Rheinmetall war vom Monitoring im Okober als „unklar“ eingestuft worden, da nach 2014 kein Nachwuchs mehr nachgewiesen worden sei. Wolfsberater Theo Grüntjens, ehemaliger Leiter des Rheinmetall-Forstbetriebs, ging aber im Sommer davon aus, dass es auf dem Schießplatz wieder Wolfsnachwuchs gibt.

Bereits im Januar war bei Ovelgönne ein weiblicher Wolf überfahren worden, er stammte aus dem Rudel Bergen. Ein männlicher Welpe aus dem Wietzendorfer Rudel war im Oktober 2015 bei Hetendorf überfahren worden.

Der Celler Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann (CDU) hat unterdessen mit zwei Kollegen eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, um die Gefahren einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch einwandernde Wölfe aus Polen abzuklären. Ein im November im Landkreis Osnabrück festgestellter Wolf war aus Polen gekommen, wo im Osten des Landes die Schweinepest nachgewiesen ist. Angermann und seine Kollegen befürchten, dass Wölfe aus Polen das Virus der Afrikanischen Schweinepest hier verbreiten könnten.

Von Joachim Gries