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Südheide Kein Benzol in Becklingen
Celler Land Südheide Kein Benzol in Becklingen
16:59 13.06.2012
Von Simon Ziegler
Beckedorf

Der Gutachter habe insgesamt vier Bodenproben im Umfeld der Leckage genommen und im Labor auf Kohlenwasserstoffe, Benzol, Chlorid und Quecksilber untersucht. Der vom LBEG selbst geäußerte Verdacht, dass das krebserregende Benzol freigesetzt worden sein könnte, hat sich demnach nicht bestätigt.

Bei zwei Bodenproben seien lediglich erhöhte Salzgehalte festgestellt worden. Salze können im Lagerstättenwasser auftreten. Daher seien die erhöhten Werte vermutlich auf das Leck in der vergangenen Woche zurückzuführen. Wegen einer undichten Stahlleitung seien etwa 1000 Liter auf dem asphaltierten Betriebsplatz ausgelaufen, hieß es gestern. Die ausgetretene Flüssigkeit sei vom Betreiber abgesaugt worden. Die verbliebene geringe Menge des Lagerstättenwassers habe vermutlich zu den erhöhten Werten geführt, so der Sprecher. "Diese Gehalte stellen nach den Richtlinien der Bundes-Bodenschutzverordnung jedoch keine Gefährdung für den Boden, das Grundwasser und den Menschen dar", sagte er. Das LBEG hält weitere Untersuchungen nach den Ergebnissen des Gutachters nicht für erforderlich.

Gegenüber der CZ hatte auch der Toxikologe Dr. Hermann Kruse vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel die Lage als nicht dramatisch eingeschätzt. "Ich würde es nicht als Riesenproblem einordnen. Da gibt es viel größere Probleme", sagte Kruse angesichts der in Becklingen ausgetretenen Mengen an Lagerstättenwasser.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass auf einem Betriebsplatz der RWE Dea AG Lagerstättenwasser ausgetreten war. Die Flüssigkeit ist ein natürlicher Bestandteil in Erdgaslagerstätten. Sie besteht aus Wasser, gelösten Salzen sowie Kohlenwasserstoffen und kann Benzol enthalten. Ende März waren bei Nienhagen an einer Bodenleitung einer Erdöl-Förderstätte erhöhte Benzolwerte gemessen worden.