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Südheide Kirchenfenster in Hermannsburg zeigen Evangelisten
Celler Land Südheide Kirchenfenster in Hermannsburg zeigen Evangelisten
17:27 11.08.2017
Das Fenster in der Großen Kreuzkirche zeigt die Evangelisten Lukas und Johannes. Quelle: Willi Lange
Hermannsburg

Theodor Harms, der Bruder und Nachfolger des Missionsgründers Ludwig Harms, verlor wegen theologischer Differenzen mit der landeskirchlichen Leitung in Hannover sein Amt als Pastor der Peter-Paul-Gemeinde. Zusammen mit dem Großteil der Gemeinde, die ihrem Pastor folgte, gründete er daraufhin im Februar 1878 die Kreuzgemeinde. Schon einen Monat später wurde der Beschluss zum Bau einer eigenen Kirche gefasst. Und da Theodor Harms auch weiterhin Leiter der Hermannsburger Mission war, musste es eine große, geräumige Kirche werden, um die zahlreichen Gäste der Missionsfeste aufnehmen zu können. Mit großem Engagement und beeindruckender Opferbereitschaft machte man sich ans Werk: Im Juni wurde der Grundstein gelegt, im September Richtfest gefeiert, und im Mai 1879 wurde die neue Kirche, die sich am neugotischen Stil orientierte, geweiht.

Die Kirche ist klar nach Osten ausgerichtet. Wenn man sie an einem sonnigen Vormittag durch den Turmeingang betritt, kann man sich dem Eindruck dieses großen lichtdurchfluteten Raumes kaum entziehen. Das Morgenlicht lässt die farbigen Glasfenster des Altarraumes hell erstrahlen, und es entsteht eine Atmosphäre, die an den Ostermorgen denken lässt.

Auf Ostern verweist auch das große Tafelbild des Altars, das die Begegnung Maria Magdalenas mit dem Auferstandenen zeigt. Es wird quasi eingebettet in das Bildprogramm der großen Fenster dahinter. Zwei von ihnen zeigen die vier Evangelisten des Neuen Testamentes Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, allerdings ohne ihre Symbole. Wie man aus Inschriften am unteren Bildrand erschließen kann, sind sie zum 25. Gemeindejubiläum 1903 von der Berliner Glasmalerei Funk & Arnheim angefertigt worden, die damals ihre Fenster sogar den deutschstämmigen Gemeinden in den USA anbot. Von ihr stammen anscheinend auch die farbigen Rundfenster oben in den „Rosetten“ der Spitzbogenfenster des Altarraumes und des Kirchenschiffs mit ihrer christlichen Symbolik.

Genau im Osten des Altarraumes, zwischen den beiden Evangelistenfenstern, vom Altar teilweise verdeckt, findet sich als eine kleine Besonderheit ein Fenster mit Blatt-Ornamentik, das mit seinen etwas blassen Farben hinter den kräftig leuchtenden Evangelisten zurücktritt. Es ist eine Schenkung von Nachkommen nach Südafrika ausgewanderter Gemeindeglieder an ihre Heimatgemeinde.

Von CZ