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Südheide Neujahrskonzert der Göttinger Sinfoniker
Celler Land Südheide Neujahrskonzert der Göttinger Sinfoniker
16:08 07.01.2019
Nicholas Milton Quelle: Daniel Linnet
Unterlüß

Ein Programm rund um Johann Straußens „Fledermaus“ hat Nicholas Milton als Chef der Göttinger Sinfoniker für die Neujahrskonzerte seines Orchesters herausgesucht. Unter anderem gastierte er damit am Sonntag nicht nur in Uelzen sondern auch im neuen Bürgerhaus in Unterlüss. Zu berichten ist von einem so schwung- wie stimmungsvollen musikalischen Jahreseinstieg mit einer immer wieder zum Schmunzeln anregenden Moderation durch den Dirigenten selbst.

„Unter Donner und Blitz“

Johann Straußens „Fledermaus“ wird gerne in szenischen Aufführungen noch ergänzt durch den einen oder anderen stückfremden Einschub. Über viele Jahrzehnte war es fast Standard, dass man die außerordentlich knallige Strauß-Polka „Unter Donner und Blitz“ noch in die „Fledermaus“ integrierte. In den musikalisch und sängerisch sehr ambitionierten „Fledermaus“-Galas zum Jahreswechsel in der Hamburger Elbphilharmonie hatte man dieser Tage auf diese Polka verzichtet, in Unterlüss war sie nun im Rahmen des Neujahrskonzerts doch zu hören. Und zwar als markantes Zeichen dafür, dass das Publikum sich nach der Pause setzen möge. Die Fortissimo-Schläge kamen zwar nicht so überraschend wie sie es idealerweise sein sollten, aber pointiert spielten die Göttinger Sinfoniker die Polka schon. Die beiden anderen Stücke, die direkt aus der „Fledermaus“ stammten. Und der manchmal auch bei Bühnenaufführungen eingefügte Csardas aus „Ritter Pasman“ hatte gar besonderes Format.

Spürbare Freude

Das Göttinger Orchester zeigte sich in der trockenen, aber zumindest im mittleren Sitzbereich recht ausgewogenen Akustik als ein Klangkörper, dem zwar Wiener Schmelz in den hohen Streichern eher fern ist, dem aber dieses Wiener Repertoire spürbar Freude macht, wenn auch einige Instrumentalisten etwas müde an ihren Pulten wirkten. Bei zwei Konzerten innerhalb von acht Stunden ist das auch kein Wunder. Da darf man schon staunen, dass das Orchester überhaupt in einer so guten Verfassung spielte.

Schöne und weicher Violinton

Besonders bemerkenswert gerieten noch die „Zigeunerweisen“ von Sarasate. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Da war zunächst die Begleitung des Orchesters getragen von großer Aufmerksamkeit und Sensibilität. Und es ist von einer Solistin zu berichten, die trotz ihrer Jugendlichkeit schon Außerordentliches geboten hat: Anne Luisa Kramb. Die Achtzehnjährige (!) wirkte in ihrem ersten Stück dieses Konzerts bei auffallend schönem und weichem Violinton noch etwas distanziert und verkrampft, fand aber beim Sarasate zu einer sehr dichten Spielweise, und zwar insbesondere in den lyrischen Momenten, die sie wunderbar auskostete ohne dabei zu überziehen. Und Kramb bewies dabei sogar noch die Souveränität, sich nicht einmal von einem aufdringlichen Besucher aus dem Konzept bringen zu lassen, der meinte, sich im leisesten Moment schlurfenden Schrittes zu ihr begeben zu müssen um sich direkt vor ihr aufzubauen zwecks eines Fotos. Da konnte man nur den Kopf schütteln oder betreten ins Programm schauen. Von diesem konnte man allerdings auch irritiert sein, denn nur weil man im Internet in Ermangelung eines international gebräuchlichen Buchstabens „ß“ den „Fledermaus“-Komponisten neuerdings gerne mit „ss“ schreibt, heißt das noch lange nicht, dass diese Schreibweise historisch richtig ist. Und „Unter Donner und Blitz“ ist nicht von Josef Strauss, der sich tatsächlich mit „ss“ geschrieben sehen wollte, sondern auch von Johann Strauß. Am guten Konzert änderten diese Sachverhalte aber nichts.

Von Reinald Hanke

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