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Südheide Land setzt auf Kooperation mit Bauern
Celler Land Südheide Land setzt auf Kooperation mit Bauern
16:48 17.01.2017
Umweltminister Stefan Wenzel
Hermannsburg

So gebe es auf einem beträchtlichen Teil der Fläche in Niedersachsen eine hohe Nitratbelastung und auch die Pestizidbelastung sei bedenklich. Gelangt zu viel von diesen Stoffen ins Trinkwasser, so kann das gesundheitsschädlich sein. Ein übermäßiger Dung- und Gärresteanfall in Niedersachsen habe zu einem Stickstoffüberschuss auf den Äckern geführt. Und schließlich leide auch die Artenvielfalt erheblich. So gebe es immer weniger Wiesenvögel, besonders dramatisch abgenommen habe die Zahl der Lerchen.

Um hier gegenzusteuern, setze das Land auf Kooperationen mit Landwirten, die freiwillig zu einer umwelt- und damit wasserschonenderen Bewirtschaftung bereit sind. Sie werden hierzu auch vom Land beraten. So gebe es in Trinkwassergewinnungsgebieten 74 Kooperationen und mit rund 5000 Landwirten seien 11.000 Vereinbarungen getroffen worden. Daneben wurden verschiedene Verordnungen erlassen. Man bevorzuge zwar freiwillige Maßnahmen. „Aber wir scheuen uns auch nicht, das Ordnungsrecht anzuwenden, bei denen, die Vorschriften missachten.“ Außerdem fördere das Land finanziell Agrarumweltmaßnahmen, mit denen zum Beispiel besondere Biotope oder Vogelarten geschützt werden sollen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach sich Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Nabu in Niedersachsen, dafür aus, die Agrarprämien so umzuwandeln, dass Landwirte, die besonders umweltschonend wirtschaften, deutlich mehr Geld erhalten als jene, die das nicht tun. Jörn Ehlers vom Niedersächsischen Landvolk zeigte sich skeptisch. „Um wirklich etwas zu verändern, brauchen wir mehr Geld im System, sonst funktioniert es nicht.“ Er erinnerte an die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Landwirte und berichtete von einer allgemeinen Verunsicherung unter seinen Berufskollegen. „Wir müssen uns weiter entwickeln und Neues ausprobieren“, so Ehlers, aber das brauche Zeit und sei eben auch eine Geldfrage.

Karsten Specht berichtete von den Bemühungen des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, das Trinkwasser zu schützen. So überlege man, alle landwirtschaftlichen Betriebe in Wasserschutzgebieten auf ökologischen Anbau umzustellen.

Trotz aller Probleme gebe es auch hoffnungsvolle Entwicklungen wie das Klimaabkommen von Paris, sagte Wenzel zum Abschluss der Diskussion. Dieses weltweit wachsende Umweltbewusstsein gebe auch Anlass zu Optimismus.

Von Sonja Richter