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Südheide Mano Rathgeber aus Hermannsburg: "Draußen erlebe ich Emotionen" (mit Bildergalerie)
Celler Land Südheide Mano Rathgeber aus Hermannsburg: "Draußen erlebe ich Emotionen" (mit Bildergalerie)
14:12 08.12.2016
Hermannsburg

Zwar habe er sich schon immer für das gefiederte Tier interessiert und sei mit der Familie viel in der Natur unterwegs gewesen, doch so richtig habe er sich vor drei Jahren für die Vogelbeobachtung begeistert. „Das hat mich in einen völlig neuen Lebensabschnitt geführt“, betont der pensionierte Förderschullehrer. Die Kombination aus Beobachtung und Meldung sowie der Fotografie und Tonaufnahme erlebe er als sehr erfüllend. Künstlerisch setzt er dieses in seinen Multimediaprojekten um.

Mit einem Spektiv, Fernglas, Tonaufnahmegerät, Bestimmungsbuch, Kompass, Zählgerät und verschiedenen Kameras ausgerüstet, zieht es Mano Rathgeber fast täglich in die Natur auf „kleine Forschungsreisen“. Seine Ausrüstung wiegt zwölf Kilogramm – doch wenn der Vogelbeobachter in der Heide, am Hüttenseepark oder an den Aschauteichen unterwegs ist, wird das Gewicht irrelevant. „Draußen erlebe ich Emotionen“, sagt der Hermannsburger, „jedes Mal, wenn ich von einer Tour zurückkomme, bin ich beglückt.“

Seine bisher bewegendste Beobachtung hat er im August vor zwei Jahren erlebt. In der Nähe von Bleckmar haben sich die aus den Tundren Skandinaviens kommenden Mornellregenpfeifer ihren traditionellen Rastplatz eingerichtet. 17 Vögel dieser Art erspähte er auf der Ackerfläche. „Eine ziemlich hohe Zahl für diese rastende Art“, betont Rathgeber. Langsam seien die zutraulichen Tiere auf ihn zugetrippelt. „In dem Licht kamen ihre schönen Farben wunderbar zum Ausdruck“. Damals habe er noch durch das Okular des Spektivs mit dem Handy fotografiert.

Den Anstoß zur systematischen Beobachtung gab ihm das Online-Portal Ornitho.de. Dort melden mittlerweile ungefähr 18.000 Beobachter aus ganz Deutschland ihre Beobachtungen. „Aus den Daten lassen sich Größe und Aufenthalt der Vogelpopulationen, Veränderungen der Zugwege, Ankunfts- und Wegzugszeiten erkennen und dieses auf Karten darstellen“, erklärt Rathgeber.

Den Reiz der Vogelbeobachtung sieht der 72-Jährige in der Mischung aus Entspannung und ständiger Konzentration. „Ich bin immer wieder aufgeregt, was ich zu sehen und zu hören bekomme“, sagt Rathgeber. Im Zuge seiner Beobachtungen habe er viele Biotope im Celler Kreis neu kennengelernt und staune über den jahreszeitlichen Wandel der Naturge­biete. Weitere Bilder und Geschichten veröffentlicht Rathgeber auf www.vogelstorys.com.